Der Viktualienmarkt - die gute Stube von München

Text: C. D. (Reiseverkehrskauffrau) / Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

Viktualienmarkt in München
Der Viktualienmarkt in München ist immer einen Besuch wert - Foto: © lagom - stock.adobe. com

Auf dem Viktualienmarkt in München findet man Bayrische Gemütlichkeit mitten in einer Metropole mit fast 1,5 Millionen Einwohnern. Er ist ein Stück lebendige Geschichte, die sich seit über 200 Jahren hält. Nicht nur leckere "Schmankerl" hat der typisch bayrische Markt zu bieten, auch den berühmtesten Maibaum der Stadt, einen einladenden Biergarten und Brunnen mit prominenten Münchner Namensgebern.

Die wichtigsten Infos für Ihren Besuch auf dem Viktualienmarkt

Adresse:
Viktualienmarkt
Viktualienmarkt 3
80881 München
Tel: 089/ 89 06 82 05
Anfahrt:
Auto: Halten Sie sich in Richtung Au-Haidhausen, Parkplätze in der Umgebung
ÖPNV: Bus Linie 52, 62 bis Viktualienmarkt

Öffnungszeiten des Viktualienmarkt:

Es gibt keine einheitlichen Öffnungszeiten.
Die ca. 110 Händler haben unterschiedliche Öffnungszeiten. Manche öffnen schon um 7 Uhr, andere später.

Alle Angaben ohne Gewähr!

Ein Paradies für Liebhaber des guten Geschmacks

Frisch und gesund, schmackhaft und nett anzuschauen. Was der Markt bietet, kann sich sehen lassen. Von Antipasti bis zur Zimtschnecke - der Viktualienmarkt ist vorrangig ein Lebensmittelmarkt, aber auch frische Blumen und Kunsthandwerk erfreuen das Auge des Besuchers. Der Ursprung als Bauernmarkt lässt sich auch heute noch sehr gut erkennen. Seit vielen Jahren haben sich neben den heimischen Leberkäs- und Agrarprodukten auch exotische Feinkostwaren aus aller Welt einen Platz erobert. Frisches Obst, Getreideprodukte, Fisch, Honig, hochwertige Fleischwaren und vieles mehr - ein buntes Paradies für Feinschmecker. Auf 22.000 Quadratmetern tummeln sich 140 Händler mit ihrem "Standl" (bayrisch für Verkaufsstand) und bieten - zugegebenermaßen nicht ganz preiswert - ihre Waren an Einheimische, Händler, Köche und Touristen feil. Sortenvielfalt wird auf dem Viktualienmarkt großgeschrieben. Um den Überblick zu behalten, ist der Markt in sieben Abteilungen unterteilt. Nummer IV beispielsweise ist das Zentrum und beherbergt den bekannten Maibaum und den Biergarten, den Waldmarkt und die Fischhalle. Abteilung VII hingegen ist ein alter Backsteinbau auf einer Anhöhe, der zum Beispiel den Metzgern Verkaufsflächen bietet und als "Petersberl" benannt ist.

Die Geschichte des Viktualienmarktes

Einst wurde der heutige Viktualienmarkt als alter "Münchner Stadtmarkt" oder "Grüner Markt" bezeichnet und befand sich zu seiner Gründung 1807 am Schrannenplatz, dem heutigen Marienplatz. Bis dahin wurden auch bereits Getreide und andere Agrarprodukte auf dem Schrannenplatz gehandelt. Victus, das spätlateinische Wort für "Lebensmittel" oder "Vorrat", wurde erst im 19. Jahrhundert Namensträger des Marktes. Nicht lang nach seiner Gründung, die König Max I. Joseph beschloss, musste der Markt bereits zwischen 1823 und 1829 das nächste Mal erweitert werden. Später kamen die Blumenstraße, der Fischmarkt und eine Metzgerhalle, sowie zahlreiche weitere Ergänzungen hinzu. Die eigentliche heutige Größe des Viktualienmarktes von rund 22.000 Quadratmetern wurde 1890 erreicht. Auch Münchens berühmtester Markt wurde vom Zweiten Weltkrieg nicht verschont und stark zerstört. Die Überlegung, den Markt nicht wieder zu eröffnen wurde glücklicherweise verworfen, der Viktualienmarkt unter erheblichem Aufwand wieder aufgebaut. Berühmt ist der Markt für seine Brunnen, die in den fünfziger Jahren als Gedenkbrunnen für Münchner Volkssänger und Schauspieler errichtet wurden. (Die Brunnen sind diesen Berühmtheiten gewidmet: Elise Aulinger, Ida Schumacher, Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Roider Jackl und Weiß Ferdl)

Im Biergarten dem bunten Treiben zuschauen

Wer in München zu Besuch ist, der muss eine Maß trinken und eine "Brezn" (Brezel) essen, so will es die gute Sitte. Und wo ginge dies besser, als im Biergarten des Viktualienmarktes? Gemütlich dem Marktgeschehen zuschauen, ein kühles Münchner Bier trinken und dem geschäftigen Treiben zuschauen. Alt und Jung, Arm und Reich, Prominent oder der Nachbar vom Haus nebenan - im Biergarten treffen sich Menschen aus aller Welt.

Feste auf dem Viktualienmarkt

In München weiß man zu feiern und so wundert es niemanden, dass mehrfach im Jahr Feste auf dem Viktualienmarkt stattfinden. Ein uriger Bauernmarkt, ein Sommerfest (1. Sonntag im August) oder der Gärtnertag (1. Dienstag im August) finden jedes Jahr am gleichen Termin statt. Das Maibaumaufstellen ist neben dem Faschingsdienstag, an dem die Marktfrauen tanzen, der Höhepunkt des Jahres. Kulinarisch beliebt ist die Eröffnung der Spargelsaison (Mitte April), wohingegen das "Prominenten-Wiegen" für einen guten Zweck ein belustigendes Spektakel bietet.

Der Viktualienmarkt gehört zu München, wie die Frauenkirche oder der Alte Peter. Er ist längst zu einer Touristenattraktion geworden, denn kaum anderswo kann man das Münchner Leben und Wesen besser spüren, als auf diesem historischen Markt. Was kann man noch in Bayern erleben? Machen Sie doch mal eine Schlössertour!

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