Fossilien auf Rügen

Text: C. E. / Letzte Aktualisierung: 03.04.2026

Fossilien suchen auf Rügen
Bei einem Strandspaziergang auf Rügen kann man Fossilien suchen - Symbolbild: © Tkni

Strandwanderer auf Rügen werden häufig fündig: Fossilien liegen buchstäblich am Weg. Manche erkennt man sofort, bei anderen braucht es einen geschulten Blick. Das Faszinierende ist, dass diese versteinerten Zeitzeugen aus einer Zeit stammen, die 67 Millionen Jahre zurückliegt. Was macht Fossilien so reizvoll? Zum einen die Geschichten aus der Erdgeschichte, die sie erzählen. Zum anderen das pure Glück, dass man sie einfach so finden kann, ohne in ein Museum gehen zu müssen.

Formenvielfalt aus urzeitlichen Zeiten

Fossilien sind versteinerte Reste urzeitlicher Tiere und Pflanzen. Sie treten in vielen Varianten auf: Manchmal ist nur ein Abdruck im Stein vorhanden, manchmal liegen komplette Schalen vor oder Kerne, die einst flüssiges Gestein 'ausgegossen' hat. Grabegänge und Wohnspuren von Kleinstlebewesen sind ebenfalls Fossilien. Vollständige Tierfunde sind selten. Umso beeindruckender ist es, wenn man auf Rügen ein Fossil findet, das 67 Millionen Jahre alt sein kann - ein unglaubliches Alter zum Anfassen, eine konkrete Verbindung zu einer fernen Vergangenheit.

Was du auf Rügen finden kannst

Rund um Rügen liegt Kreidegestein, das ideale Bedingungen für Fossilien bietet. Beliebte Fundstücke sind Dick- und Steckmuscheln sowie Austern, die oft nur noch als Bruchstücke vorhanden sind. Diese erkannt man aber leicht an ihrer typischen Muschelstruktur. Die häufigsten Funde sind sogenannte Donnerkeile - keilförmige Gebäilde, die finger- bis handgroß sein können. Sie stammen von Belemniten, ausgestorbenen Kopffüßlern ähnlich den heutigen Kalmaren. Seeigelfossilien findet man ebenfalls oft, erkannt aber häufig nur die Feuersteinkerne, da das charakteristische Fünfmuster durch die Verwitterung abgenutzt ist. Seltener, aber doch regelmäßig, stellt man Kalkschwämme und Korallenfossilien sicher.

Wo man am meisten Erfolg hat

Die beste Suchergebnisse bieten die Kreidesteiluf er Rügens, aber auch kleinere Sand- und Lehmufer sowie Feuersteinfelder sind vielversprechend. Generell können Glücksfunde an jedem Strand vorkommen. Besonders günstig ist die Zeit der Frühjahrsstürme - dann spült die Brandung regelmäßig neues Material aus. In der Hauptsaison sind die Erfolgschancen dagegen geringer. Mit etwas Ausdauer, scharfem Blick und echter Begeisterung findet sich bald ein kleines Stück Erdgeschichte für die eigene Sammlung.

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