Urlaub in Bulgarien

Text: D. S. / Letzte Aktualisierung: 02.04.2026

Urlaub in Bulgarien
Varna ist eine beliebte Hafenstadt in Bulgarien - Foto: © ivp - stock.adobe.com

Bulgarien ist seit 2007 EU-Mitglied und liegt im Südosten Europas am Schwarzen Meer. Das Land grenzt an Rumänien, Serbien, Nordmazedonien, Griechenland und die Türkei. Auf einer Fläche von gut 110.000 Quadratkilometern leben rund 6,5 Millionen Menschen - die Hauptstadt Sofia mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern ist das größte Ballungszentrum. Was Bulgarien für Urlauber interessant macht: breite Sandstrände an der Schwarzmeerküste, ausgedehnte Gebirgslandschaften, eine lebendige Kulturszene in Plovdiv und Preise, die deutlich unter dem westeuropäischen Niveau liegen.

Tipps für Ihren Bulgarien-Urlaub

Hier möchten wir Ihnen Städte und Regionen in Bulgarien näher vorstellen:

Städte in Bulgarien:

Die beliebtesten Urlaubsregionen in Bulgarien

Die Schwarzmeerküste ist das mit Abstand meistbesuchte Urlaubsgebiet des Landes. Zwischen den Städten Varna im Norden und Burgas im Süden reihen sich zahlreiche Badeorte aneinander. Der bekannteste davon ist Slantschew Brjag - auf Deutsch Sonnenstrand - , ein groß angelegter Ferienort mit breiten Sandbändern, vielen Hotels aller Kategorien und einem ausgedehnten Nachtleben. Wer es ruhiger mag, findet in Sweti Wlas oder Rawda kleinere und weniger überlaufene Alternativen. Goldstrand (Zlatni Pjasazi) bei Varna richtet sich ebenfalls an Pauschalurlauber, gilt aber als etwas gehobener als Slantschew Brjag.

Abseits der Küste lohnt sich ein Abstecher ins Landesinnere. Das Rilagebirge im Südwesten ist das höchste Gebirge der Balkanhalbinsel - der Musala-Gipfel erreicht 2.925 Meter. Im Sommer ziehen Wanderer und Bergsteiger hierher, im Winter Skifahrer. Ähnliches gilt für das angrenzende Pirin-Gebirge, das seit 1983 als UNESCO-Weltnaturerbe eingetragen ist. Das Rhodopen-Gebirge im Süden ist weniger schroff, dafür reich an Schlüchten, Tropfsteinkohlen und kleinen traditionellen Dörfern. Das Balkangebirge (Stara Planina) zieht sich quer durch das ganze Land und ist vor allem bei Wanderern gefragt, die abseits der Touristenströme unterwegs sein wollen.

Infos über Bulgarien

  • Amtssprache: Bulgarisch (kyrillisches Alphabet)
  • Hauptstadt: Sofia
  • Staatsform: Parlamentarische Republik
  • Einwohnerzahl: ca. 6,5 Mio.
  • Fläche: 110.994 km²
  • Währung: Lew (BGN)
  • Kfz-Kennzeichen: BG
  • Vorwahl: +359

Sehenswürdigkeiten in Bulgarien

Das Kloster Rila im gleichnamigen Gebirge gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist das bekannteste Kloster des Landes. Die farbenprächtigen Wandmalereien im Innenhof stammen aus dem 19. Jahrhundert, das Kloster selbst wurde im 10. Jahrhundert gegründet. Der Reiter von Madara ist ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe: Ein rund 23 Meter hoch in den Fels gehauenes Felsenrelief aus dem 8. Jahrhundert, das einen König zu Pferd zeigt.

In Sofia sind die Alexander-Newski-Kathedrale und die benachbarte Kirche Sweta Nedelja die meistbesuchten Bauwerke. Die Rotunde Sweti Georgi im Innenhof des Sheraton-Hotels gilt als ältestes erhaltenes Gebäude der Stadt - sie stammt aus dem 4. Jahrhundert. Die Banja-Baschi-Moschee ist eine der wenigen erhaltenen osmanischen Moscheen Sofias und noch immer ein aktiver Gebetsort.

Nessebar an der Schwarzmeerküste ist eine weitere UNESCO-Welterbe-Stätte: Die auf einer kleinen Halbinsel gelegene Altstadt beherbergt über 40 mittelalterliche Kirchen und archäologische Reste aus thrakischer, griechischer und römischer Zeit. Wer archäologisch interessiert ist, sollte auch die Thrakergüber bei Kasanlak besuchen - ebenfalls UNESCO-geschützt und beeindruckend gut erhalten.

Städte für Städtereisen

Sofia bietet mehr als die meisten Erstbesucher erwarten. Neben den orthodoxen Kirchen und Moscheen gibt es ein lebendiges Café- und Restaurantviertel rund um den Vitosha-Boulevard, mehrere gute Museen - allen voran das Nationale Historische Museum - und den Stadtberg Vitosha direkt vor den Toren der Stadt. Im Sommer können Wanderer in gut einer Stunde vom Stadtrand auf den Gipfelbereich des Witoscha-Gebirges gelangen.

Plovdiv ist die zweitgrößte Stadt des Landes und war 2019 europäische Kulturhauptstadt. Die Altstadt auf drei Hügeln ist außerordentlich gut erhalten und zeigt Architektur aus römischer Zeit, osmanischer Ära und dem bulgarischen Nationalstil des 18. und 19. Jahrhunderts. Das römische Amphitheater im Stadtzentrum wird noch heute für Konzerte genutzt. Plovdiv lässt sich gut mit Sofia kombinieren - die Entfernung beträgt knapp 150 Kilometer.

Varna ist die größte Stadt an der Schwarzmeerküste und fungiert als regionales Zentrum für den Küstentourismus. Der Strand liegt direkt an der Stadt, das archäologische Museum beherbergt den ältesten bearbeiteten Goldschmuck der Welt (etwa 6.000 Jahre alt). Burgas im Süden ist der Ausgangspunkt für Ausflüge nach Nessebar und in die Strandzha-Region.
Hinweis: Ich habe selbst schon einen sehr schönen Urlaub in Burgas verbracht. Die Stadt, die netten Menschen und das schöne Schwarze Meer sind mir in Erinnerung geblieben. Besonders gerne erinnere ich mich an die vielen farbenfrohen Fische, Schlangen und Muscheln, die ich beim Tauchen und Schnorcheln gesehen habe.

Badeurlaub an der Schwarzmeerküste

Die bulgarische Schwarzmeerküste erstreckt sich über etwa 378 Kilometer. Die Strände sind breit und sandhaltig, das Wasser im Sommer angenehm warm - zwischen 24 und 28 Grad Celsius im Juli und August. Wer außerhalb der Hauptsaison reist, findet im Mai, Juni oder September deutlich weniger Betrieb und günstigere Preise. Im August ist die Küste voll, Bucher sollten dann frühzeitig planen.

Pauschalreisende landen üblicherweise am Flughafen Varna oder Burgas. Beide Flughäfen sind von vielen deutschen Städten aus direkt erreichbar, vor allem in der Sommersaison. Wer flexibler sein möchte, kann auch über Sofia fliegen und die Küste per Mietwagen erreichen - die Fahrt dauert etwa vier bis fünf Stunden.

Wintersport in Bulgarien

Bulgarien hat drei größere Skigebiete. Bansko im Pirin-Gebirge gilt als das modernste und bekannteste, mit einer Gondelbahn, mehreren Liften und Hängen für verschiedene Könnensstufen. Die Skisaison läuft üblicherweise von Dezember bis April. Borovez im Rilagebirge ist das älteste Skigebiet des Landes, eher für Anfänger und Familien geeignet, und liegt in malerischer Gebirgslandschaft unweit des Klosters Rila. Pamporovo in den Rhodopen ist ebenfalls ein ruhigeres Gebiet mit Hang-Angeboten für Einsteiger. Alle drei Skigebiete sind preislich deutlich günstiger als vergleichbare Destinationen in den Alpen.

Essen und Trinken in Bulgarien

Die bulgarische Küche ist herzhaft und regional geprägt. Das bekannteste Gericht ist der Schopska-Salat: gewürfelte Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Paprika, bedeckt mit geriebenem Sirene - einem salzigen Weißkäse, der dem griechischen Feta ähnelt. Tarator ist eine erfrischende kalte Suppe aus Joghurt, Gurke, Knoblauch und Dill, die an heißen Sommertagen fast überall serviert wird. Kawarma ist ein traditionelles Schmorge-richt aus Fleisch und Gemüse, das in kleinen Tontöpfen überbacken wird.

Bulgarien ist ein Weinland. Besonders die Regionen um Melnik, Assenovgrad und im Thrakischen Tiefland produzieren rote Weine aus einheimischen Sorten wie Mavrud und Rubin. Wer Schnaps mag: Rakija, ein Obstbrand aus Pflaumen oder Trauben, gehört zum Alltag wie in kaum einem anderen Balkanland. Bier ist ebenfalls weit verbreitet und günstig.

Übernachten in Bulgarien

An der Schwarzmeerküste überwiegen große Hotelkomplexe, die oft als All-inclusive-Angebote vermarktet werden. Wer lieber kleine Pensionen oder Apartments bevorzugt, wird vor allem in den Randbereichen der großen Badeorte oder in den ruhigeren Küstenorten fündig. In Sofia und Plovdiv gibt es ein breites Angebot von einfachen Hostels bis zu gehobenen Stadthotels. Auf dem Land sind Agrotourismus-Unterkünfte verbreitet - kleine Gasthäuser auf dem Bauernhof, oft mit eigenem Gemüsegarten und hausgemachten Speisen.

Landeskundliches und praktische Tipps

Bulgarien verwendet das kyrillische Alphabet. Außerhalb der touristischen Zentren sind lateinische Buchstaben auf Schildern selten, was die Orientierung erschweren kann. In Varna, Burgas, Sofia und Bansko kommt man mit Englisch gut durch; abseits davon sind Grundkenntnisse in Bulgarisch oder Russisch nützlich. Wer mit dem Mietwagen ins Landesinnere fährt, sollte ein offline-fähiges Navi oder eine heruntergeladene Karte nutzen.

Die Währung ist der bulgarische Lew (BGN), der fest an den Euro gekoppelt ist: 1 Euro entspricht genau 1,95583 Lew. Euro werden nicht als Zahlungsmittel akzeptiert, lässt sich aber problemlos an Geldautomaten abheben. Kreditkarten sind in Hotels und größeren Restaurants üblich, in kleinen Gaststätten und auf Märkten wird Bargeld bevorzugt.

Die beste Reisezeit für die Küste liegt zwischen Juni und September, wobei Juli und August die heißesten und vollsten Monate sind. Für Städtereisen nach Sofia oder Plovdiv eignen sich Frühjahr und Herbst besser - die Temperaturen sind angenehmer, die Sehenswürdigkeiten weniger überlaufen. Die Skigebiete haben ihren Betrieb von Dezember bis Ende März, in höheren Lagen auch bis April.

Ein besonderer Hinweis für Individualreisende: Große Teile des bulgarischen Hinterlands sind touristisch wenig erschlossen. Wer abseits der Hauptrouten unterwegs ist, erlebt ein authentisches Bild des Landes - allerdings mit entsprechendem Komfortverzicht und der Notwendigkeit, auf Englisch nicht immer weiterzukommen.

Lesen Sie auch: Beliebte Urlaubsländer im Sommer

Schöne Urlaubsländer: