Wo Reisen buchen? - Was beachten?

Text: C. D. (Reiseverkehrskauffrau) / Letzte Aktualisierung: 10.04.2026

Wo kann man Reisen buchen?
Was beachten beim Reisen buchen? - Foto: © Andrey Popov - stock.adobe. com

Wer braucht nicht ab und zu einen Tapetenwechsel? Neue Eindrücke sammeln, Leute kennenlernen, die noch zu erledigenden Aufgaben und Sorgen einfach zu Hause lassen - die Urlaubszeit gehört zu den schönsten Wochen des Jahres. Bis die perfekte Reise gebucht ist, braucht es oft viel Zeit und Geduld. Ziele müssen ausgesucht und Preise verglichen werden.

Wo kann man Reisen buchen?

Wer seinen Urlaub buchen möchte, hat dafür viele Möglichkeiten. Reisen werden nicht mehr nur im Reisebüro angeboten, sondern unter anderem sogar an Tankstellen oder im Discounter. Überall locken die traumhaften Angebote für die schönste Zeit des Jahres. Wir stellen Ihnen einige Tipps vor, wo Sie Ihre Reise buchen können.

Reisen im Internet buchen oder im Reisebüro

Ein Großteil der Urlauber sucht nach wie vor das Reisebüro auf. Der persönliche Ansprechpartner ist vielen lieber, als das unpersönliche Internet. Im Reisebüro Reisen buchen hat einige Vorteile: Einfach Wünsche und Budget äußern, die Arbeit erledigen die Profis. Sie wissen worauf sie achten müssen und schaffen es oft, die unterschiedlichen Interessen der Reisenden unter einen Hut zu bekommen bzw. den für den Laien oft undurchschaubaren Reise-Dschungel zu meistern. Zudem genießen die Urlauber bei der Buchung vollen Service. Alles aus einer Hand - einer hat den Überblick. Rail und Fly, die Urlaubsreise selbst, Kundenwünsche, der Mietwagen, die Versicherung und wenn es schief geht auch die Reklamation usw. Das Vorurteil, Reisebüros seien teurer als vergleichbare Angebote im Internet gilt keineswegs pauschal. Oft sind die Preise identisch. Trotzdem lohnt es, explizit nach dem günstigsten Angebot zu fragen! Auch die Stände am Flughafen sind normale Reisebüros, die ihre Kunden auch kurzfristig gern beraten.

Online Reisen buchen spart Zeit und Nerven

Inzwischen bucht deutlich mehr als die Hälfte aller Urlauber ihre Reise online. Zu aller erst die einzelnen Reiseveranstalter selbst. Da es mühsam ist, jeden Veranstalter einzeln abzufragen, haben sich dafür Suchmaschinen bewährt. Doch auch sie decken jeweils nicht alle Veranstalter ab. Daher kann man auf einer Metasuchmaschine nach Urlaubsangeboten stöbern. Vorsicht ist im Internet trotzdem geboten: Kreditkartenzahlungen oder Reisebuchungen ohne Aushändigung des Sicherungsscheins sind mit einem Risiko verbunden. Versteckte Kosten wie Service-Entgelte, Sitzplatzreservierungen oder Kreditkartengebühren lassen sich nicht immer sofort erkennen.

Die wichtigsten Online-Portale im Überblick:

  • Check24, HolidayCheck, TUI, FTI, DERTOUR - für Pauschalreisen mit Sicherungsschein
  • Booking.com, Expedia, HRS - für Hotels und Unterkünfte
  • Skyscanner, Google Flights, Kayak - für den Flugpreisvergleich
  • Airbnb, FeWo-direkt, Belvilla, Interhome - für Ferienwohnungen und -häuser
  • Trivago - als Metasuchmaschine für Hotels

Wichtig: Seit Juli 2018 gilt die neue EU-Pauschalreiserichtlinie. Sobald man online zwei verbundene Reiseleistungen (zum Beispiel Flug und Hotel) beim selben Anbieter innerhalb von 24 Stunden bucht, entsteht in vielen Fällen automatisch eine "verbundene Reiseleistung" mit entsprechendem Insolvenzschutz. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet auf die Worte "Pauschalreise" oder "Sicherungsschein" im Buchungsvorgang.

Angebote aus dem TV, Zeitungen und Werbeprospekten

Beim Zappen im Fernsehen oder dem Blättern in der Zeitung lassen sich unzählige Reiseangebote finden. Diese Reisen sind keinesfalls schlechter als andere, jedoch ist dem Urlaubssuchenden meist nicht klar, dass es sich dabei sehr oft um sogenannte "Ab-Preise" handelt. So wird eine Reise mit beispielsweise "ab 379,- €" angeboten, den letztendlichen Preis erfährt man jedoch erst bei Buchung oder auf Nachfrage per Telefon. Preisvergleiche sind dabei äußerst schwierig. Insbesondere finden vor allem Leserreisen mit einzelnen festgelegten Terminen und festen Preisen immer mehr Anhänger. Vorsicht ist bei zu günstigen, fertig geschnürten Urlaubspaketen geboten. Lesen Sie genau nach, ob es sich nicht um eine Verkaufsfahrt handeln könnte!

Direkt beim Leistungsträger Reisen buchen

Ob nun Hotel, Ferienwohnung, der Mietwagen, eine Fährüberfahrt oder der Campingplatz - Sie können natürlich auch direkt beim jeweiligen Leistungsträger Reisen buchen. Denn mehr als die Hälfte der Reisen gehören zu den Individualreisen und nicht ins Pauschalreisesegment. Meist sind diese einzelnen Leistungsträger über eine eigene Homepage, über das Fremdenverkehrsamt oder Kataloge vertreten. Außerdem muss für jeden Reisebaustein ein einzelner Vertrag mit entsprechenden Zahlungsmodalitäten bei gleichzeitiger Abstimmung auf die Reise abgeschlossen werden. Häufig sind jedoch die Preise beispielsweise direkt beim Hotelier teurer als bei Reiseveranstaltern. Letztere geben ihre günstigen Mengenrabatte oft an die Kunden weiter. Auch hier ist es wichtig, auf die Zahlungs- und Stornierungsmodalitäten zu achten. Wer ist bei Problemen mein Ansprechpartner? In welchem Land ist bei Komplikationen der Gerichtsstand?

Die Touristinformation

Viele Städte und Gemeinden wie auch ganze Tourismusregionen bieten den Service einer Touristinformation. Sie gibt Auskünfte zum Reisegebiet, vermittelt Unterkünfte oder Tickets für Kulturveranstaltungen. Gerade Privatanbieter von Zimmern und kleine Hotels wie auch Pensionen nutzen diese Plattform. Die Preise sind meist günstig, jedoch muss sich der Urlauber einzeln persönlich bei jedem Angebot nach Preisen und Verfügbarkeit erkundigen. Dies kostet viel Zeit.

Weitere Buchungsstellen

Selbst viele branchenfremde Unternehmen möchten in die lukrative Reisebranche einsteigen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Sie selbst an einer Tankstelle oder im Discounter Ihre Reise buchen können. Fragen Sie jedoch genau nach, wer Ihr Ansprechpartner ist. Die Kassiererin oder die Mitarbeiterin eines Warenhauses können Ihnen in der Regel keine Beratung bieten oder verweisen bei Problemen nur an eine Telefonhotline. Anders ist es bei Gemeinden oder gemeinnützigen Vereinen. Sie bieten sehr oft Reisen an, die in erster Linie für Jugendliche und Kinder gedacht sind. Sie können in der Regel bedenkenlos gebucht werden.

Beachten Sie auch:
Wo auch immer Sie Ihren Traumurlaub buchen, informieren Sie sich im Voraus genau über die Geschäftsbedingungen inklusive der Stornierungsgebühren, sowie über den Sitz des Unternehmens. Achten Sie bei Veranstalterbuchungen auf den Sicherungsschein, um Ihren Reisepreis gegen Insolvenz zu sichern und eventuelle persönliche Reiseversicherungen. Holen Sie sich Vergleichsangebote ein und belesen Sie sich immer über die örtlichen Gegebenheiten und die Reiseerfahrungen anderer Urlauber. So erleben Sie erholsame Urlaubstage anstatt böser Überraschungen.

Insolvenzschutz: Der Reisesicherungsfonds

Nach der Insolvenz von Thomas Cook im Jahr 2019 wurde der Insolvenzschutz für Pauschalreisen grundlegend reformiert. Seit November 2021 gibt es den Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF), in den größere Veranstalter einzahlen. Pauschalreisende erhalten seitdem im Insolvenzfall ihr Geld deutlich schneller und vollständig erstattet. Kleinere Veranstalter (unter 10 Millionen Euro Jahresumsatz) sichern sich weiterhin über Versicherer ab. Wer bucht, sollte in jedem Fall den Sicherungsschein aufbewahren - er ist im Schadensfall der wichtigste Nachweis. Bei reinen Einzelleistungen (nur Hotel, nur Flug, nur Mietwagen) besteht übrigens kein gesetzlicher Insolvenzschutz, hier lohnt bei größeren Beträgen die Zahlung per Kreditkarte, da man so zumindest ein Chargeback-Verfahren einleiten kann.

Wann Reisen buchen? Frühbucher oder Last Minute?

Die Frage nach dem besten Buchungszeitpunkt lässt sich nicht pauschal beantworten. Generell gilt: Frühbucherrabatte (Buchung bis etwa Ende Januar für den Sommer) sichern meist die beste Auswahl an Hotels und Flugzeiten, oft mit Nachlässen von 20 bis 35 Prozent. Last-Minute-Angebote lohnen vor allem außerhalb der Schulferien und bei Kurzentschlossenen ohne feste Ziel-Vorlieben. In den Schulferien sind Last-Minute-Schnäppchen inzwischen selten geworden, weil die Nachfrage zu groß ist. Wer flexibel ist, findet die besten Preise erfahrungsgemäß acht bis zwölf Wochen vor Abflug - ein guter Kompromiss zwischen Auswahl und Preis.

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