Wie läuft eine Floßfahrt durch Schweden ab?
Ist der zwei Tonnen schwere Bausatz erst einmal eigenhändig zusammengesetzt, heißt es Leinen los - und einem nordischen Abenteuer in Zeitlupe steht nichts mehr im Weg. Zuerst das Floß bauen, dann die Natur genießen, so lässt es sich in Kurzform beschreiben. Im Folgenden erfahren Sie ausführlich, wie eine Floßfahrt durch Schweden abläuft.
Erstes Abenteuer bereits an Land - das Floß bauen
Bevor es die 60 Kilometer von Branäs nach Gunnerud geht, muss man sich sein Gefährt erst selbst zusammenbauen. Die gute Nachricht: Sie werden dabei von einem Fachmann unterstützt. Die vom Veranstalter vorbereiteten Stämme werden zum Ufer gerollt und mit insgesamt 200 Metern Tauen zusammengebunden - denn Schrauben sind im Ikea-Land nicht eingeplant. Ein Floß ist ungefähr 18 Quadratmeter groß und besteht aus drei Lagen Baumstämmen, wobei die dicksten die unterste Schicht bilden sollten. Die nächste Schicht ist dünner, und zu guter Letzt kommt das "Parkett". Als Regenschutz wird etwa die Hälfte der Grundfläche mit einer Zeltplane überdacht. Nach einem guten halben Tag haben Sie es geschafft, und Ihr neues Zuhause für die nächsten Tage liegt bereit.
Inmitten unberührter Natur - die Floßfahrt beginnt
Nun heißt es "Wasser marsch", und die lautlose Zeitreise kann beginnen: Mit maximal zwei Kilometern pro Stunde treibt man an rostroten Holzhäusern vorbei und genießt die Stille. Man ist der Natur ausgeliefert, und genau das macht den gewissen Kick aus. Während der kurzen, ergiebigen Regenschauer verkriecht man sich unter der Zeltplane und wartet auf die nächsten Sonnenstrahlen. Sobald sich die Sonne wieder zeigt, trocknet das Floß in wenigen Minuten. Gegessen wird an Bord, oder man gönnt sich ein gemütliches Picknick auf einer der zahlreichen Sandbänke. Diese bieten auch für das Nachtlager eine bequeme Unterlage - in Schweden ist wildes Campen erlaubt, und so gehört das Lagerfeuer vor dem Sonnenuntergang zu den romantischsten Momenten der Tour.
Die Tücken der Wildnis
Obwohl zuerst befürchtet, kommt während des gesamten Ausflugs nie Langeweile auf. Denn hinter jeder Kurve kann eine tückische Strömung warten, die das Floß mehrmals herumwirbelt, bevor sie es wieder in Fahrtrichtung ausspuckt. Wenn es einmal gar nicht weitergeht, schnappt man sich am besten die Stechpaddel des Kanus, das man im Schlepptau hat, und gibt dem Floß so zusätzlichen Schub. Unbedingt dabei haben sollten Sie neben der adäquaten Kleidung auch genug zu essen, denn im schlimmsten Fall kann es trotz genügend Zeit passieren, dass Sie beim Angeln keinen einzigen Fisch an Land ziehen.
Die richtige Ausrüstung für die Floßfahrt
Bei Bedarf lässt sich die gesamte Ausrüstung vom Zelt bis zum Proviant vor Ort mieten - das ist jedoch erheblich teurer als die Eigenausstattung. Ein eigenes Kanu mitzunehmen lohnt sich: So kommt man bei Pausen leichter ans Ufer und kann Nebenarme erkunden. Bei der Kleidung gehört Regenkleidung zur Grundausstattung, ebenso Badesachen und eine wärmende Fleecejacke für die Kühle der Abendstunden.
Was man sonst noch wissen sollte
Das schwedische Allemansrätten (Jedermannsrecht) macht die Floßfahrt besonders unkompliziert: Wildes Campen ist erlaubt, man darf an jedem Ufer anlegen und die Natur genießen. Lagerfeuer zu machen ist ebenfalls gestattet, solange man auf Sicherheit achtet und alles ordentlich löscht. Die Hochsaison für Floßfahrten ist Juli und August - dann ist das Wasser am wärmsten und die Tage sind lang. Wer Mücken scheut, sollte Repellent einpacken, denn die gehören im schwedischen Sommer einfach dazu.
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