Floßfahrt durch Schweden

Text: H. T. / Letzte Aktualisierung: 09.04.2026

Floßfahrt durch Schweden
So schöne Landschaften in Schweden kann man vom Floss entdecken - Foto: © Patrick Lauffs - stock.adobe. com

Eine Floßfahrt durch Schweden ist kein normaler Urlaub - das ist ein Abenteuer, das man so schnell nicht vergisst. Mehrere Veranstalter bieten mehrtägige Floßfahrten an, meist auf dem Klarälven, einem der größten Flüsse Schwedens. Ist der zwei Tonnen schwere Bausatz erst einmal eigenhändig zusammengesetzt, heißt es Leinen los - und einem nordischen Abenteuer in Zeitlupe steht nichts mehr im Weg.

Wie läuft eine Floßfahrt durch Schweden ab?

Zuerst das Floß bauen und dann die Natur genießen. So könnte man es in Kurzform ausdrücken. Hier erfahren Sie nun ausführlich wie eine Floßfahrt durch Schweden abläuft.

Die wichtigsten Fragen zur Floßfahrt im Überblick

  • Wie lange dauert die Floßfahrt?
    Es gibt unterschiedliche Angebote - von einem Tag bis zu 8 Tage all inklusive.
  • Was kostet eine Floßfahrt?
    Auch diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Meist wird zwischen Haupt- und Nebensaison sowie zwischen Erwachsenen und Kindern unterschieden. Natürlich kommt es auch auf die Dauer an. Ein Beispiel: 8 Tage Floßfahrt in der Hauptsaison Erwachsene ca. 430 €, Kinder ca. 215 €
  • Was kann man während der Floßfahrt erleben?
    Sie können die herrliche Landschaft genießen, einen Abstecher in die am Ufer liegenden Orte machen und Tiere wie Biber, Elche und Rehe beobachten.

Erstes Abenteuer bereits an Land - Das Floss bauen

Bevor es die 60 Kilometer von Branäs nach Gunnerud geht, muss man sich sein Gefährt erst selbst zusammenbauen. Gute Nachricht: Sie werden von einem Fachmann beim Bau unterstützt. Dazu werden die vom Veranstalter vorbereiteten Stämme zum Ufer gerollt und mit insgesamt 200 Meter Tauen zusammengebunden - denn Schrauben sind im Ikea-Land nicht mit eingeplant. Ein Floß ist ungefähr 18 Quadratmeter groß und besteht jeweils aus drei Lagen Baumstämmen, wobei die dicksten die unterste Schicht bilden sollten. Die nächste Schicht ist dünner und zu guter Letzt kommt das "Parkett". Als Regenschutz wird etwa die Hälfte der Grundfläche mit einer Zeltplane überdacht. Nach einem guten halben Tag haben Sie es endlich geschafft und Ihr neues Zuhause für die nächsten Tage liegt bereit.

Inmitten unberührter Natur - Die Flossfahrt durch Schweden beginnt

Nun heißt es "Wasser marsch" und die lautlose Zeitreise kann beginnen: Mit maximal zwei Kilometern pro Stunde treibt man an rostroten Holzhäusern vorbei und genießt die Stille. Man ist der Natur ausgeliefert und genau das macht den gewissen Kick aus. Während der kurzen, ergiebigen Regenschauer verkriecht man sich unter der Zeltplane und wartet auf die nächsten Sonnenstrahlen. Sobald sich die Sonne wieder zeigt, trocknet das Floß in wenigen Minuten. Gegessen wird an Board oder man gönnt sich ein gemütliches Picknick auf einer der zahlreichen Sandbänke. Diese bieten auch für das Nachtlager eine bequeme Unterlage - in Schweden ist wildes Campen erlaubt und so gehört das Lagerfeuer vor dem Sonnenuntergang zu den romantischsten Momenten der Tour.

Die Tücken der Wildnis

Obwohl zuerst befürchtet, kommt während des gesamten Ausflugs nie Langeweile auf. Denn hinter jeder Kurve kann eine tückische Strömung warten, die das Floß mehrmals herumwirbelt, bevor sie es wieder in Fahrtrichtung ausspuckt. Wenn es einmal gar nicht weitergeht, schnappt man sich am besten die Stechpaddel des Kanus, welches man im Schlepptau hat, und gibt dem Floß so zusätzlichen Schub. Unbedingt mithaben sollten Sie neben der adäquaten Kleidung auch genug zu essen, denn im schlimmsten Fall kann es trotz genügend Zeit passieren, dass Sie beim Angeln keinen einzigen Fisch an Land ziehen.

Die richtige Ausrüstung für die Floßfahrt

Bei Bedarf lässt sich die gesamte Ausrüstung vom Zelt bis zum Proviant vor Ort mieten - das ist jedoch erheblich teurer als die Eigenausstattung. Ein eigenes Kanu mitzunehmen lohnt sich: So kommt man bei Pausen leichter ans Ufer und kann Nebenarm­e erkunden. Bei der Kleidung gehört Regenkleidung zur Grundausstattung, ebenso Badesachen und eine wärmende Fleecejacke für die Kühle der Abendstunden.

Was man sonst noch wissen sollte

Das schwedische Allemansrätten (Jedermannsrecht) macht die Floßfahrt besonders unkompliziert: Wildes Campen ist erlaubt, man darf an jedem Ufer anlegen und die Natur genießen. Lagerfeuer zu machen ist ebenfalls gestattet, solange man auf Sicherheit achtet und alles ordentlich löscht. Die Hochsaison für Floßfahrten ist Juli und August - dann ist das Wasser am wärmsten und die Tage sind lang. Wer Mücken scheut, sollte Repellent einpacken, denn die gehören im schwedischen Sommer einfach dazu.

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