Wintercamping

Text: K. L. (Erfahrene Camperin) / Letzte Aktualisierung: 10.04.2026

Wohnmobile im Winter auf dem Campingplatz
Camping im Winter - Foto: © paolo esposito - stock.adobe. com

Im Sommer mit dem Wohnwagen den Campingplatz unsicher machen - das kann jeder! Wahre Campingfreunde frönen ihrem Hobby jedoch auch in der kalten Jahreszeit und genießen den Reiz, inmitten der verschneiten Natur ihre freien Tage zu verbringen. Zugegeben: Wintercamping muss man lieben und die Ausstattung für diese Art von Ferien unterscheidet sich natürlich von einem ganz normalen Trip im Sommer. Wer es einmal probieren möchte, der findet hier wertvolle Tipps für diesen ganz besonderen Urlaub.

Tipps fürs Winterzelten

Wer im Winter campen möchte braucht natürlich einiges mehr an Ausstattung. Sollten Sie zum ersten Mal Wintercamping machen, empfiehlt es sich nur einige Tage einzuplanen. So können Sie entscheiden, ob das wirklich was für Sie ist. Wer gleich beim ersten Mal einen zweiwöchigen Urlaub plant, kann evtl. enttäuscht oder frustriert werden, wenn es nicht gefällt.

Vorbereitungen für das Wintercamping

Zuerst stellt sich da natürlich die Frage nach der Region, in der das Wintercamping stattfinden soll. Möchte man das Meer einmal bei Eis und Schnee erleben oder soll es lieber zum Skifahren in die Berge gehen? Mit Hilfe eines Campingführers bekommt man die schönsten Reiseziele aufgezeigt. Aber auch Tipps von Freunden und Bekannten können bei der Suche nach einem geeigneten Campingplatz hilfreich sein. Ist geklärt, wohin die Reise gehen soll, so ist es wichtig, sich über die jeweilige Anfahrt zum Wintercampingplatz Gedanken zu machen. Welche Steigungen sind zu bewältigen? Wie ist die Zufahrtsstraße geräumt? Reichen Winterreifen aus oder werden Schneeketten benötigt? Es empfiehlt sich, das Anlegen der Ketten bereits einmal zu Hause probiert zu haben, damit dies im Schneechaos dann auch wirklich klappt.

Beliebte Regionen fürs Winterzelten

  • Dolomiten
  • Allgäu
  • Zillertal
  • Graubünden (Schweiz)
  • Nordsee und Ostsee
  • Riesengebirge

Was packe ich alles ein?

Im Winter benötigt man andere Kleidungsstücke als im Sommer. Damit wirklich niemand friert und der Spaß im Schnee nicht mit einer dicken Erkältung endet, packen Sie zur "Grundausstattung"
(Packliste für den Campingurlaub) unbedingt noch folgende Dinge ein:

  • Zwei Paar Skianzüge oder Skihose / Skijacke zum Wechseln
  • Handschuhe, Schal, Mütze
  • Gut isolierende Schuhe
  • Ausreichend warme Socken
  • Warme (Ski)-Unterwäsche

Sportbegeisterte und Schneeverrückte dürfen natürlich ihre Ausrüstung nicht vergessen. Sollten Sie Bedenken hinsichtlich des zuladbaren Gewichtes im Wohnwagen haben, so können Sie in den meisten Wintersportgegenden Ski, Snowboard, Schlitten und Schlittschuhe auch ausleihen.

Ausrüstung fürs Wintercamping

Im Winter hält man sich häufiger im Wohnwagen auf als beim Sommercamping. Ein großes Vorzelt kann daher sinnvoll sein und nicht nur als Stauraum, sondern auch als Schmutz- und Kältebrücke dienen. Im Campingfachhandel sind spezielle Winterzelte aus 100 % PVC erhältlich, welche eine steile Dachneigung und abgedeckte Reißverschlüsse besitzen. Ersteres ist wichtig, damit die Schneelast nicht das Vorzelt eindrückt und die Abdeckungen auf den Reißverschlüssen verhindern, dass die winterlichen Temperaturen diese vereisen. Ein großer Besen kann dabei helfen, den Schnee vom Vordach und vom Wohnwagen zu entfernen und sollte daher zusätzlich zum Handfeger eingepackt werden.

Gemütlich warm im Wohnwagen

Wer durchgefroren von der Piste oder von einem idyllischen Winterspaziergang kommt, der möchte es natürlich im Wohnwagen so richtig schön warm haben. Auf der sicheren Seite ist, wer bereits vor der Anreise rechtzeitig die Heizung überprüft und dabei checkt, ob sie auch wirklich die volle Leistung bringt. Denken Sie daran, dass Sie im Winter deutlich mehr Gas verbrauchen werden als im Sommer. Packen Sie also lieber eine Gasflasche mehr ein und entscheiden Sie sich für Propangas, da Sie hiermit keine Probleme bezüglich des Vereisens haben. Ein kleiner Elektroheizer für den Fall der Fälle ist auch nicht verkehrt. So müssen Sie bei einem Ausfall der Heizung nicht frieren.

Ziel erreicht - das ist jetzt wichtig

Wenn Sie auf dem Campingplatz angekommen sind, sollten Sie sich zuerst einen möglichst sonnigen Stellplatz suchen und gleich die Stützen des Wohnwagens herunterklappen. Stromanschluss herstellen, Heizung an. Damit Sie am nächsten Morgen nicht in eiskalte und halbgefrorene Wäsche steigen, öffnen Sie alle Schranktüren und Klappen im Wohnwagen - so wärmt sich auch das Innere der Möbel gut durch. Die Dachluke (Winterabdeckung nicht vergessen!) bleibt in Lüfter-Stellung, damit kontinuierlich Frischluft hereinkommt. Das ist wichtiger, als viele denken: Durch Atemluft und Kochen entsteht im Wohnwagen schnell Kondenswasser, das sich sonst an den Fenstern und in den Ecken niederschlägt und zu Schimmel führen kann.

Strom, Gas und Wasser im Blick behalten

Beim Wintercamping steigt der Energieverbrauch deutlich. Eine 11-kg-Propangasflasche reicht bei Dauerbetrieb der Heizung oft nur fünf bis sieben Tage - planen Sie daher immer mindestens eine Reserveflasche ein. Viele Camper setzen inzwischen auf Gasflaschen mit Umschaltautomatik (Duomatik), damit die Heizung nicht nachts plötzlich ausfällt. Achten Sie beim Bezahlen des Stellplatzes darauf, ob Strom pauschal oder nach Verbrauch abgerechnet wird - beim Wintercamping kann der Verbrauch leicht bei 5 bis 10 kWh pro Tag liegen. Auch der Wassertank sollte isoliert sein oder mit einem Heizband vor dem Einfrieren geschützt werden. Bei strengem Frost lohnt sich ein Umstieg auf Tankheizungen (Truma Frostcontrol oder ähnliche Systeme).

Sicher anreisen: Winterausrüstung am Fahrzeug

In Deutschland gilt seit Oktober 2017 eine situative Winterreifenpflicht - bei Schnee, Eisglatte oder Reifglatte müssen Winterreifen (mit Alpine-Symbol, Drei-Berge-Pictogramm) am Fahrzeug und am Anhänger montiert sein. Reine M+S-Reifen ohne Alpine-Symbol werden seit Oktober 2024 nicht mehr anerkannt. In Österreich, Italien und der Schweiz gelten zum Teil strengere Regeln und in einigen Alpenregionen ist das Mitführen von Schneeketten Pflicht. Proben Sie die Montage der Ketten vor Reisebeginn zu Hause bei trockenem Wetter - im Schneetreiben am Pass ist dafür keine Zeit. Prüfen Sie außerdem die Batterie, den Frostschutz im Kühlwasser und den Füllstand des Scheibenwischwassers (Winterkonzentrat bis -20 Grad).

Gut vorbereitet und gemütlich eingerichtet spricht nichts mehr dagegen, das Campingfeeling auch im Winter zu erleben. Es ist eine ganz besondere Erfahrung, die man einfach einmal ausprobieren sollte.

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