Dauercamping Tipps zum Wohnen auf dem Campingplatz
Text: K. L. (Erfahrene Camperin) / Letzte Aktualisierung: 10.04.2026
Nur für zwei Wochen im Sommer auf den Zeltplatz fahren? Immer mehr Menschen ist dies zu wenig und sie entscheiden sich, über viele Monate des Jahres in ihrem Wohnwagen oder Wohnmobil zu leben. Dauercamping wird immer beliebter und nicht nur die Generation 50+ ist davon begeistert, sondern auch die jüngeren Menschen zieht es hinaus in die Natur.
Tipps für das Dauercamping
Dauercamping ist nicht gleich Dauercamping. Die einen wohnen wirklich das ganze Jahr auf dem Campingplatz, während für die anderen der Wohnwagen nur als "Sommerresidenz" dient. Liegt die Wohnung unweit des Campingplatzes, so nutzen viele ihr mobiles Heim ähnlich wie eine Gartenlaube und verbringen die Wochenenden gemeinsam mit ihren Freunden und Bekannten auf dem Platz. Je nachdem, wie intensiv das Dauercamping betrieben wird, gestaltet sich auch der jeweilige Stellplatz. So finden sich beispielsweise feste Vor-, Über- oder Anbauten, mit Pflanzen begrünte Bereiche, kleine Zäune und, nicht zu vergessen, Gartenzwerge. Wehende Fahnen lassen erkennen, aus welchem Bundesland die Familie stammt oder für welchen Fußballverein sie schwärmen. Andere wiederum möchten mobil bleiben und verzichten auf den in ihren Augen unnötigen Schnickschnack. Sie wechseln möglicherweise nach einigen Wochen oder Monaten den Platz und machen sich auf zu neuen Ufern.
Die Ausstattung des Wohnwagens
Dauercamping betreiben nicht nur Senioren, sondern auch Singles oder Familien mit Kindern. Je nach Personenanzahl, Häufigkeit der Nutzung und natürlich der finanziellen Möglichkeiten gibt es gravierende Unterschiede
in der Größe des Wohnwagens beziehungsweise des Wohnmobils. So kann die Unterkunft schlicht und einfach gehalten, aber auch großzügig und luxuriös gestaltet sein. Kostspielige Wohnwagen lassen in Punkto Komfort keine Wünsche offen. Da kann der Abend durchaus am Kamin bei einem Glas Rotwein ausklingen und anschließend geht es in die extra breiten Betten, welche garantiert einen erholsamen Schlaf garantieren. Moderne Kochmöglichkeiten, eine Spülmaschine sowie eine Waschmaschine lassen den Haushalt auch im Wohnmobil zum Kinderspiel werden. Minimalisten aus Überzeugung oder Personen, welche sich nur einen einfachen Wohnwagen leisten können, nutzen dann eben die in den Gemeinschaftsräumen vorhandenen Möglichkeiten, um diese alltäglichen Dinge zu erledigen. Im Wohnwagen selbst ist eigentlich alles vorhanden, was auch in einem normalen Haushalt selbstverständlich ist. Nur eben alles ein bisschen kleiner. Die Einbauten besitzen nur eine geringe Kapazität und auch das Bad mit Waschbecken, Dusche und WC ist meist etwas beengt. Doch was macht das schon, wenn man dafür jeden Morgen bei Vogelgezwitscher aufwacht und anschließend seinen Kaffee im Grünen trinken kann?
Campingplätze für Dauercamper - Usere Tipps:
In der Regel buchen Dauercamper auf einem Campingplatz für eine längere Zeit (meist über die Sommermonate hinweg oder für jeweils ein ganzes Jahr) einen Stellplatz. Doch es ist durchaus auch denkbar, dass die Campingfreunde sich über den Winter in südlichere Gefilde zurückziehen und dort ebenfalls längere Zeit am Stück bleiben. Das ist das Schöne am Camping - man kann immer wieder den Stellplatz wechseln und ist nicht, wie zum Beispiel bei einem Wochenendgrundstück oder einem Kleingarten, an einen festen Ort gebunden.
Tipps zum Campingplatz finden
Dauercamping - und was ist mit der Wohnung?
Viele Dauercamper fühlen sich auf dem Campingplatz wohler als in ihrer Wohnung und sind in den eigenen vier Wänden nur selten anzutreffen. Dementsprechend besitzen sie dann auch wenig oder keine Grünpflanzen und wenn doch, dann kümmern sich hilfsbereite Nachbarn, Freunde oder Verwandte darum. Sie leeren auch den Briefkasten und informieren bei wichtigen Schreiben. All dies ist natürlich nicht nötig, wenn sich der Campingplatz unweit der Wohnung befindet. Es ist jedoch immer empfehlenswert, die eigene Handynummer zu hinterlassen, damit man im Notfall (Wohnungsbrand, Einbruch etc.) schnell erreichbar ist.
Dauercamping ist Wohnen mitten in der Natur. Und es ist eine Lebenseinstellung. Oder ein ganz langer Urlaub. Oder, oder, oder...
Was kostet ein Dauerstellplatz?
Die Preise für einen Dauerstellplatz schwanken je nach Region und Platzausstattung erheblich. In ländlichen Gebieten in Ostdeutschland oder im Harz sind Jahrespachten ab rund 1.200 bis 1.800 Euro keine Seltenheit. An Nord- und Ostsee, rund um München oder in den Alpen liegen die jährlichen Kosten schnell bei 2.500 bis 4.500 Euro, Luxusplätze mit Seeblick und Sanitär-Premium knacken auch die 5.000-Euro-Marke. Dazu kommen Strom nach Zähler (in der Regel separat abgerechnet), Wasser- und Müllpauschalen, oft eine Kurtaxe sowie gegebenenfalls die Pacht für Vorzelt oder Anbau. Wichtig: Seit der Energiekrise 2022 haben viele Plätze ihre Strompreise spürbar angehoben, wer einen älteren Kühlschrank oder eine Klimaanlage im Wohnwagen hat, sollte das einkalkulieren. Vor der Unterschrift lohnt immer ein genauer Blick in die Platzordnung: Manche Plätze untersagen feste Terrassen, verlangen einen bestimmten Höchstalter für den Wohnwagen (oft 15 bis 20 Jahre) oder schreiben regelmäßige TÜV-Nachweise vor.
Rechtliches und Versicherung
Ein Dauerstellplatz ist rechtlich gesehen ein Pachtverhältnis, kein Mietvertrag im Sinne des Wohnraummietrechts. Das bedeutet vor allem: Der Kündigungsschutz ist deutlich schwächer, Platzbetreiber können zum Saisonende die Verlängerung verweigern, ohne Gründe nennen zu müssen. Der erste Wohnsitz darf übrigens in den meisten Bundesländern nicht auf einem Campingplatz angemeldet werden, auch wenn dort ganzjährig gewohnt werden dürfte. Dauercamper sollten ihren Wohnwagen außerdem zusätzlich zur Kfz-Versicherung mit einer Campingversicherung (auch Wohnwagen-Inhaltsversicherung genannt) abdecken, die Schäden durch Sturm, Feuer, Diebstahl oder Leitungswasser im Vorzelt ersetzt. Standard-Hausratversicherungen greifen auf dem Campingplatz in der Regel nicht.