Camping mit Baby / Kleinkindern
Text: K. L. (Erfahrene Camperin) / Letzte Aktualisierung: 10.04.2026
Tipps für den Campingurlaub mit Kleinkindern
Campingfreunde lieben die Natur und können sich keinen schöneren Urlaub vorstellen, als im Wohnmobil oder im Zelt ihre freien Tage zu verbringen. Auch dann, wenn sich Nachwuchs angekündigt hat, möchten sie ihren
Ferienvorstellungen treu bleiben und nicht etwa ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung buchen. Müssen sie auch nicht, denn Camping mit Kleinkindern kann durchaus zu einem wunderschönen Erlebnis werden - wenn man es richtig vorbereitet.
Die Wahl des Urlaubsortes
Die Grundlage für einen gelungenen Urlaub wird bereits mit der Suche nach einem geeigneten Campingplatz gelegt. Familienfreundliche Plätze bieten nicht nur große Spielplätze, sondern warten auch mit geeigneten Sanitäranlagen auf. So ist es äußerst praktisch, wenn niedrigere Waschbecken und Toiletten für Kinder vorhanden sind und sich ausreichend Ablagen für Kleidung und Toilettenartikel in den Waschräumen befinden. Auf einem kinderfreundlichen Campingplatz stört weder der 3-jährige, der mit seinem Laufrad um die Zelte saust, noch das Weinen eines Babys, wenn nachts der Schnuller abhanden gekommen ist. Erfahrene Camper meiden in der Regel Plätze, auf denen fast nur dauercampende Senioren ihre Ruhe genießen möchten und weichen eher auf Orte aus, wo in Punkto Urlauber "Durchgangsverkehr" herrscht.
Reiseutensilien für das Camping mit Baby / Kleinkind
Neben der eigentlichen Campingausstattung benötigen Familien mit Kleinkind natürlich noch weitere wichtige Dinge.
- Allen voran darf natürlich das geliebte Schmusetier auf keinen Fall fehlen, da sonst das Einschlafen zum Problem werden könnte.
- Für kleine Camper empfiehlt sich ein spezieller Junior-Schlafsack, welcher in der Länge mitwächst. So steckt der Nachwuchs schön kuschelig und friert garantiert auch in etwas kühleren Nächten nicht.
- Das Schöne am Campingurlaub ist die Tatsache, dass man mitten in der Natur ist. Dementsprechend sollte auch die Wahl der Kleidung getroffen werden. Gerade Kleinkinder entdecken die Welt noch mit allen Sinnen, rutschen durch das nasse Gras oder springen gnadenlos durch die Pfützen. Zwei Matschhosen und Matschjacken gehören daher genauso ins Reisegepäck wie mindestens ein Paar Gummistiefel und viele, viele Socken. Diese werden bekanntlich häufig nass oder verschwinden in den Tiefen des Wohnwagens...
- Ebenso wichtig: eine Reiseapotheke für Kinder mit etwas Verbandmaterial, eine Zeckenzange sowie Sonnenschutzmittel.
- Und eine Strandmuschel oder ein Sonnensegel sind auch nicht verkehrt und sorgen dafür, dass das Kleinkind weder zu viel Wind noch zu viel Sonne abbekommt.
- Packliste für den Campingurlaub
Der Langeweile keine Chance geben im Campingurlaub
Bereits kleine Kinder wollen nicht tatenlos zusehen, wenn Mama und Papa das Zelt aufbauen oder den Wohnwagen einrichten. Sie dürfen durchaus hier und da etwas festhalten, mit Papas Hilfe die Zeltheringe einschlagen oder die Schlafsäcke ausrollen. Eltern sollten wissen, dass so zwar alles etwas länger dauert, aber dafür kein quengeliges Kind im Wege steht. Und so werden eindeutig die Nerven geschont, welche zu Beginn des Urlaubs nur so nach Erholung schreien. Ist alles an Ort und Stelle, dann kann der Urlaub beginnen. Am Strand oder am Badesee mit Sandspielzeug spielen, mit einer kleinen Becherlupe Insekten bestaunen, mit Papa in den Wald losziehen und Holz für das Lagerfeuer sammeln, in der Hängematte von Mama Bücher vorgelesen bekommen - es gibt so viele Möglichkeiten, die freie Zeit zu füllen!
Und auch Regentage sind kein Problem. Dann wird sich eben in den Schlafsack gekuschelt, sich gegenseitig durchgekitzelt oder einfache, dem Alter entsprechende Spiele gespielt. Manche Campingplätze bieten auch einen Aufenthaltsraum, der bei länger anhaltendem Regenwetter eine echte Alternative zur Enge des Wohnwagens oder des Zeltes darstellt.
(Campingurlaub bei schlechtem Wetter)
Ein Campingurlaub mit einem Kleinkind kann eine wunderbare gemeinsame Zeit sein. Unkompliziert. Naturnah. Interessant!
Sicher schlafen im Wohnwagen oder Zelt
Gerade bei Babys und Kleinkindern ist der Schlafplatz ein wichtiges Thema. Im Wohnwagen oder Wohnmobil sollte der Nachwuchs nicht einfach auf einem Erwachsenenbett schlafen, weil die Gefahr besteht, dass er herunterfällt. Bewährt haben sich faltbare Reisebetten mit fester Matratze (nicht die werkseitig mitgelieferte dünne Einlage verwenden) oder spezielle Camping-Babybetten, die sich bei Bedarf direkt am Elternbett befestigen lassen. Für das Zelt gibt es mittlerweile ausgestattete Familienzelte mit separater Schlafkabine, in denen das Kind windgeschützt liegen kann. Wichtig bei jeder Lösung: die Temperatur regelmäßig prüfen. Nachts kann es auch im Sommer in einem Zelt empfindlich kalt werden, tagsüber heizen sich Wohnwagen und Wohnmobil dagegen stark auf. Ein Raumthermometer und ein atmungsaktiver Schlafsack in der richtigen TOG-Stufe sind hier Gold wert.
Reisezeit und Anreise mit kleinen Kindern
Lange Autofahrten sind mit Babys und Kleinkindern anstrengender als früher in Erinnerung - Pausen alle 1,5 bis 2 Stunden sollten fest eingeplant werden. Wer kann, startet entweder sehr früh am Morgen, wenn das Kind im Autositz schnell weiterschläft, oder reist über Zwischenübernachtungen. Für die Wahl des Reiseziels gilt: Plätze mit kurzer Anreise (unter sechs Stunden) sind entspannter als die 1.200 Kilometer bis an die Adria. Nord- und Ostsee, Müritz, der Bayerische Wald, das Salzkammergut oder der Gardasee lassen sich gut in einem Rutsch oder mit einer Zwischenstation erreichen. Die beste Reisezeit für Familien mit ganz kleinen Kindern ist übrigens oft Juni oder September - weniger voll, angenehme Temperaturen und deutlich günstigere Preise.