Symptome der Bewegungskrankheit (Kinetose)
Von einem Moment auf den anderen wird dem Betroffenen übel, er leidet an Brechreiz. Manche bekommen einen heftigen Schweißausbruch, der Puls steigt, ein unangenehmes Schwindelgefühl tritt ein. Der Speichelfluss vermehrt sich, der Magen fühlt sich flau an. Viele reagieren auch mit Kopfweh und zwanghaftem Gähnen und Schlucken, Müdigkeit und Herzklopfen. Bei einigen kann dies sogar zu einem Kreislaufkollaps führen.
Geschwindigkeitsschwankungen lösen Reiseübelkeit aus
Gerade während einer Reise, auf die man sich womöglich schon monatelang gefreut hat, krank zu werden, schmerzt besonders. Zwar trösten Experten Betroffene damit, dass die Reisekrankheit nach zwei bis drei Tagen von selbst verschwindet - ein schwacher Trost, wenn man in der ersten Hälfte eines nur einwöchigen Urlaubs die WC-Einrichtungen besser kennenlernt als die Sehenswürdigkeiten der Reise.
Reisekrankheiten treten vor allem auf, wenn sich beim Reisen die Geschwindigkeit stark verändert oder das Gewässer sehr unruhig und der Wellengang hoch ist. Beim Fliegen lösen Luftturbulenzen das flaue Gefühl in der Magengegend aus - Spucktüten liegen darum in jedem Flugzeug bereit. Auch beim Autofahren werden viele Beifahrer reisekrank, vor allem auf dem Rücksitz und in kurvenreichen Gegenden.
Grund für dieses plötzliche Unwohlsein ist, dass die Reize, die das Gleichgewichtssystem im Innenohr bei den Geschwindigkeitsschwankungen aufnimmt, mit den visuellen Eindrücken nicht übereinstimmen. Wenn die Augen die Bewegungen des Verkehrsmittels nicht mitverfolgen, kommt das Gleichgewichtssystem durcheinander und es wird einem übel. Lediglich Säuglinge und Menschen ohne Gleichgewichtsorgan können nicht daran erkranken.
Was hilft gegen Reiseübelkeit?
Aufgrund ihrer Nebenwirkungen sollten klassische Medikamente gegen Schwindel und Erbrechen - etwa mit den Wirkstoffen Dimenhydrinat oder Diphenhydramin - eher im Notfall eingenommen werden, denn sie machen oft müde. Magenberuhigend, aber ohne ermüdende Wirkung soll Ingwer helfen, den es als Tee, Kapseln oder kandierte Stückchen gibt. Fahrer sollten grundsätzlich auf sedierende Mittel verzichten, da schon leichte Müdigkeit die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. Eine sanftere Alternative sind Akupressurbänder, die auf den Nei-Kuan-Punkt am Unterarm drücken - viele Reisende schwören darauf, und sie sind auch für Kinder und Schwangere unbedenklich.
Bei akutem Auftreten hilft es, sich flach auf den Rücken zu legen, die Augen zu schließen oder einen festen Punkt am Horizont zu fixieren. Frische Luft, langsames Atmen und kleine Schlucke stilles Wasser beruhigen den Magen zusätzlich. Halten Sie auch in der Reiseapotheke immer etwas gegen Reiseübelkeit bereit.
Verhalten während der Reise
Weiß man, dass man für die Reisekrankheit anfällig ist, sollte man für einen Sitzplatz in Fahrtrichtung sorgen. Im Bus oder Auto verfolgt man als Beifahrer die Fahrt am besten mit Blick auf die Straße - keinesfalls lesen oder die Straßenkarte studieren. Bei Flugreisen nimmt man mit unruhigem Magen am besten im vorderen Teil des Flugzeugs Platz, vornehmlich am Mittelgang. Häufiges Auf- und Abgehen im Gang kann ebenso helfen wie das Lutschen von Bonbons und die Ablenkung durch Gespräche.
Im Schiff hält man sich entweder dicht über dem Wasserspiegel im Mittelteil des Schiffes oder an Deck auf. Das Fixieren eines Punktes am Horizont hilft in jedem Fall, den Magen in Zaum zu halten. Autolenker erkranken übrigens sehr selten - daher sollten Anfällige eher selbst den Wagen lenken, als einen „üblen“ Beifahrer abzugeben. Wem als Fahrer übel wird, sollte die Fahrt keinesfalls fortsetzen, sondern jemand anderen ans Steuer lassen.
Bitte beachten Sie, dass wir hier nur allgemeine Tipps und Hinweise geben. Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens.





