Das Great Barrier Reef in Australien

Text: St. H. / Letzte Aktualisierung: 11.10.2020

Great Barrier Reef in Queensland
Das Great Barrier Reef ist ein Paradies für Taucher - Foto: © Pete Niesen Photo - stock.adobe. com

Das Great Barrier Reef dürfte ohne Übertreibung zu den großartigsten Reisezielen gehören, die man sich auf unserem blauen Planeten überhaupt vorstellen kann. Vorausgesetzt, man hat keine Angst vorm Fliegen (das Riff liegt vor der Küste von Queensland in Australien) und vorausgesetzt auch, man liebt die Natur und das Wasser. Wer nicht gern nass wird, der kann sich den langen Weg wirklich sparen und lieber einen Berg im Himalaja bezwingen. Die wahren Wunder, die das Great Barrier Reef zu bieten hat, liegen unter der Meeresoberfläche.

Apropos Wunder. Das Great Barrier Reef wird einerseits wegen seiner Schönheit, vor allem aber wegen seines unvergleichlichen Artenreichtums gern als das "achte Weltwunder" bezeichnet. Ein paar Fakten belegen, dass damit nicht zu hoch gegriffen wird. Das Riff ist das größte seiner Art in der Welt und umfasst eine Fläche von rund 345.000 Quadratkilometern. Die lebenden Organismen, die dieses Riff bilden, haben für seine Entstehung weit über 15.000 Jahre benötigt. Das betrifft den sichtbaren Teil des großen Barrierre-Riffs, wie das Riff auf Deutsch bezeichnet wird. Die ältesten Formationen, die in der Tiefe liegen, datieren dagegen gut 18 Millionen Jahre zurück. Was wir heute als Great Barrier Reef bezeichnen, und was die UNESCO mittlerweile zum Weltnaturerbe deklariert hat, das sind in Wirklichkeit über 2900 einzelne Riffe und exakt 71 Koralleninseln, die sich über eine Länge von rund 2500 Kilometern vom Nordosten Australiens bis hinunter nach Papua-Neuguinea hinziehen. Überträgt man diese Entfernung auf Europa, dann kommt ungefähr die Strecke vom Norden Dänemarks bis zum Süden Italiens heraus.

Schnorcheln und Tauchen im Great Barrier Reef

Trotz dieser schwer fassbaren Größe macht der Tourismus dem Riff zu schaffen. Rund zwei Millionen Menschen kommen Jahr für Jahr nach Queensland, um im Riff zu tauchen und zu schnorcheln. Das Geld, das sie ins Land bringen, ist eine große Einnahmequelle für Australien - aber natürlich kommen damit auch Probleme. Sie sind allerdings relativ gering im Vergleich zu denen, die der Klimawandel verursacht. Wissenschaftler weltweit sind sich inzwischen sicher, dass nur noch wenige Generationen die Chance haben, das Riff in seiner ganzen Schönheit sehen und erleben zu können. Bis zum Jahr 2100, so wird prognostiziert, werden zum Beispiel die meisten Korallenarten nicht mehr existieren. Sie können sich der Erwärmung des Wassers und den häufigen Stürmen offenbar einfach nicht schnell genug anpassen.

Was gibt es zu entdecken?

Wenn es auch unwahrscheinlich ist - vielleicht rettet ja doch noch ein Wunder wenigstens zum Teil das achte Weltwunder. Bislang jedenfalls kann man dort ein Naturparadies erleben, das es so kein zweites Mal auf der Welt gibt. Im Great Barrier Reef leben rund 400 der weltweit 700 bekannten Korallenarten, 1500 Fischarten sind hier zu Hause und für über 4000 (!) verschiedene Weichtiere ist das Riff die natürliche Heimat. Hier erreicht das Leben im Meer wirklich seinen Höhepunkt - seltene Arten von Walen, Delfinen, Haien und Schildkröten eingeschlossen.
Bis in die siebziger Jahre hinein entwickelte sich der Tourismus in Queensland vollkommen ungezügelt und ohne jede staatliche Kontrolle. Das hat sich entscheidend geändert. Jetzt werden etwa 20 Inseln von den Speedbooten angelaufen, die die Touristen von der Küste zum Riff bringen. Die Inseln sind allesamt für den Tourismus erschlossen. Von hier aus starten dann die Tauch- und Schnorcheltouren.
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