Das Great Barrier Reef in Australien
Text: St. H. / Letzte Aktualisierung: 03.04.2026
Das Great Barrier Reef erstreckt sich über rund 2.300 Kilometer vor der Küste von Queensland und ist das größte Korallenriffsystem der Erde. Über 2.900 einzelne Riffe und 900 Inseln gehören dazu - eine Fläche von knapp 345.000 Quadratkilometern, so groß wie Deutschland und Polen zusammen. Überträgt man die Länge des Riffs auf Europa, entspricht das ungefähr der Strecke vom Norden Dänemarks bis zum Süden Italiens. Die sichtbaren Teile entstanden vor rund 15.000 Jahren, die ältesten Formationen in der Tiefe reichen 18 Millionen Jahre zurück.
Was im Riff lebt
Rund 400 der weltweit 700 bekannten Korallenarten sind hier zu Hause. Dazu 1.500 Fischarten, über 4.000 Weichtierarten, Seegurken, Seesterne - und immer wieder große Tiere: Meeresschildkröten, Delfine, Haie und Dugongs (Seekühe), die man sonst kaum noch irgendwo sieht. Der Artenreichtum macht das Great Barrier Reef zu einem der faszinierendsten Tauchdestinationen der Welt. Die UNESCO hat es als Weltnaturerbe gelistet, und das völlig zu Recht.
Tauchen und Schnorcheln - Zugang zum Riff
Hauptausgangsort für Ausflüge zum Riff ist Cairns im Norden Queenslands. Von dort fahren täglich Boote zu verschiedenen Riffabschnitten, für Taucher wie für Schnorchler. Auch Port Douglas, rund 60 Kilometer nördlich, ist ein beliebter Startpunkt - etwas ruhiger als Cairns und mit Zugang zu weniger frequentierten Riffsektionen. Wer die Whitsunday Islands ansteuert, erlebt einen anderen Charakter des Riffs: hier eher flache Korallenfelder, traumhafte Segelbedingungen und der berühmte Whitehaven Beach mit seinem kreideweißen Quarzitsand. Lady Elliot Island im südlichen Riff gilt als besonders gutes Spot für Mantarochen. Wer noch weiter südlich liegt und nur kurze Zeit hat, kann auch von Airlie Beach oder Townsville aus Tagestouren buchen.
Der Klimawandel und der Zustand des Riffs
Das Great Barrier Reef leidet seit Jahren unter den Folgen des Klimawandels. Erhöhte Wassertemperaturen lösen Korallenbleiche aus - die Korallen stoßen dabei die Algen ab, die ihnen Farbe und Nährstoffe geben, und sterben ab, wenn die Wärme zu lange anhält. Seit 2016 gab es mehrere schwere Bleicheereignisse. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ohne drastische Reduzierung der globalen Emissionen der Großteil der Korallen bis Ende des Jahrhunderts verschwindet. Das ist kein fernes Zukunftsszenario, sondern bereits eine messbare Veränderung. Ein Besuch beim Riff ist deshalb auch eine Begegnung mit etwas, das in dieser Form nicht ewig erhalten bleiben wird.
Beste Reisezeit und praktische Tipps
Die beste Reisezeit für das Great Barrier Reef ist Juni bis Oktober - trocken, warm, gute Sicht unter Wasser. Von November bis April herrscht Regenzeit mit Zyklongefahr, und ab November treten in flachen Küstengewässern Würfelquallen auf, die gefährlich werden können. Für Schnorchler ohne viel Erfahrung empfehlen sich geführte Tagestouren mit Schiff; die meisten Anbieter in Cairns und Port Douglas haben das gut organisiert. Wer tauchen möchte, kann auf einigen Booten auch Kurse machen. Wer es ruhiger mag und mehr Zeit hat, übernachtet auf einer der Inseln direkt am Riff - Heron Island, Lizard Island oder Lady Elliot Island sind besonders empfehlenswert, aber entsprechend teurer.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Queensland