Northern Territory in Australien
Redaktion: K. F. / Letzte Aktualisierung: 03.04.2026
Das Northern Territory ist ein Bundesterritorium in Australien. Es ist recht dünn besiedelt, dafür aber multikulturell.
Die größten Städte sind Darwin, Alice Springs und Katherine.
Das Northern Territory ist ein flaches Küstengebiet im Norden Australiens. Dennoch finden sich hier Berge wie die Mac Donnell Ranges aber auch Dünen wie die Simpson-Wüste.
Sehr sehenswert sind der Uluru (Ayers Rock) und die Kata Tjuta (auch als „Olgas“ bekannt - eine Gruppe von 36 Felsen in Zentralaustralien), die gemeinsam im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark liegen. Im Norden sind der Kakadu-Nationalpark und der Litchfield-Nationalpark lohnenswerte Reiseziele.
Im Nordosten liegt Arnhemland, das von den Aborigines, also den Ureinwohnern, bewohnt wird.
Eine große Bedeutung haben neben dem Tourismus auch die Rinderzucht, Bodenschätze wie Uran und Gold sowie Erdöl und Erdgas.
Tipps und Infos für einen Urlaub im Northern Territory:
Wissenswertes über die Urlaubsregion
Wer ins Northern Territory reisen möchte, sollte wissen, dass es hier sehr warm ist. Im Landesinneren herrscht arides Wüstenklima (trocken und heiß), an der Küste im Norden kommen auch mal tropische Wirbelstürme vorbei.
Eine besondere Art, das Northern Territory kennenzulernen, ist eine Fahrt mit dem legendären Zug „The Ghan“. Die Strecke führt von Adelaide über Alice Springs nach Darwin und umfasst rund 2.979 Kilometer. Der Bau der Strecke begann 1878 in Port Augusta - bis 1980 verkehrten hier noch Schmalspurzüge, heute nutzt The Ghan Normalspur. Im Eisenbahnmuseum Old Ghan Heritage Railway in Alice Springs ist die alte Schmalspurversion ausgestellt.
Beste Reisezeit
Das Northern Territory kennt im Wesentlichen zwei Jahreszeiten: Trockenzeit von Mai bis Oktober und Regenzeit von November bis April. In der Trockenzeit sind die Temperaturen angenehm, die Straßen befahrbar und der Himmel meist wolkenlos - das ist die Saison, in der die meisten Touristen kommen. Rund um Uluru und Alice Springs kann es nachts dennoch empfindlich kalt werden, also eine Jacke einpacken.
Die Regenzeit bringt im Norden extreme Niederschläge. Viele Zufahrtsstraßen in den Kakadu-Nationalpark und nach Arnhemland werden wochenlang gesperrt, Wanderwege sind unpassierbar. Wer trotzdem in dieser Zeit reist, erlebt explosiv grüne Landschaften und gewaltige Gewitter. Für Zentralaustralien ist die Regenzeit weniger problematisch als im Norden - Uluru ist das ganze Jahr über zugänglich.
Nationalparks und weitere Highlights
Der Kakadu-Nationalpark im Top End ist UNESCO-Welterbe und beherbergt gut 2.000 Felsmalereien der Aborigines, die teils über 20.000 Jahre alt sind. Krokodile, Wasserbüffel, Wallabys und hunderte Vogelarten leben in den verschiedenen Ökosystemen des Parks, von Mangrovensümpfen bis zu Steinplateaus. Wer weniger Touristentrubel sucht, findet im benachbarten Litchfield-Nationalpark schöne Wasserfälle und natürliche Schwimmlöcher, die auch als Tagesausflug von Darwin gut erreichbar sind.
Im Herzen des Kontinents ragt der Uluru 348 Meter aus der roten Ebene. Seit Oktober 2019 ist das Besteigen dauerhaft verboten - die Anangu, deren heilige Stätte der Felsen ist, hatten das jahrelang erbeten. Stattdessen führen Wanderwege rund um den Fels herum. Die Kata Tjuta, 36 gerundete Felsdomsen westlich des Uluru, beschreiben viele Besucher als das eindrucksvollere Erlebnis: Durch enge Schluchten zwischen den Felsen hindurchzuwandern hat eine ganz andere Qualität als der Blick auf einen einzelnen Monolithen.
Lohnenswert ist auch der Watarrka-Nationalpark mit dem Kings Canyon, rund 300 Kilometer nordwestlich von Alice Springs. Der Rim Walk führt über den Rand der Schlucht und bietet weite Ausblicke ins Rote Zentrum. Weiter nördlich, bei Katherine, erstreckt sich der Nitmiluk-Nationalpark mit der Katherine-Schlucht über 13 Kilometer - per Boot oder Kajak zu erkunden.
Praktische Tipps für Besucher
Wasser ist die wichtigste Ressource im Outback. Für Wanderungen und lange Fahrten mindestens drei bis vier Liter pro Person und Tag einplanen, im Hochsommer mehr. Tankstellen liegen im Landesinneren oft 200 bis 400 Kilometer auseinander - Sprit immer auffüllen, wenn die Gelegenheit da ist.
Im Norden des Territoriums leben Salzwasserkrokodile, die größten Reptilien der Welt. Sie halten sich in Küstengewässern, Flussmündungen und auch in Binnengewässern auf. Nie in unbekannte Gewässer springen, auch wenn es heiß ist. Offizielle Schwimmbereiche sind ausgeschildert und werden regelmäßig kontrolliert. Sonnenschutz und Insektenschutz sind zu jeder Jahreszeit nötig; in der Regenzeit kommen lange Kleidung und Mückenspray zur Dämmerungszeit hinzu.
Mobilfunkempfang gibt es außerhalb der Städte kaum. Wer abgelegene Gegenden bereist, sollte einen Personal Locator Beacon (PLB) dabeihaben - in Australien gängige Notfallgeräte, die im Ernstfall die Rettungskräfte alarmieren.
Anreise ins Northern Territory
Darwin und Alice Springs haben Flughäfen mit regelmäßigen Verbindungen aus Sydney, Melbourne, Brisbane und Perth. Direktflüge aus Deutschland gibt es nicht; üblicherweise steigt man in Sydney oder einem anderen australischen Drehkreuz um. Wer Zeit hat, kann alternativ mit dem Zug „The Ghan“ reisen, der von Adelaide durch das Rote Zentrum bis nach Darwin fährt. Die knapp zweitägige Fahrt bietet Panoramablicke auf Wüstenlandschaften, die man von der Straße aus so nicht sieht.
Innerhalb des Northern Territory ist ein Mietauto fast unverzichtbar. Auf den asphaltierten Hauptrouten reicht ein normaler PKW; für Schotterpisten zu abgelegenen Nationalparks empfiehlt sich ein Fahrzeug mit Allradantrieb. In Darwin und Alice Springs gibt es zudem ein breites Angebot an geführten Tagestouren und mehrtägigen Expeditionen ins Outback, auch für Reisende ohne eigenes Fahrzeug.