Ayers Rock (Uluru) in Australien
Text: D. S. / Letzte Aktualisierung: 03.04.2026
Der Uluru - international noch immer unter seinem früheren englischen Namen Ayers Rock bekannt - ist ein Inselberg aus rotem Sandstein mitten in der Wüste Zentralaustraliens. Mit rund 863 Metern über dem Meeresspiegel (348 Meter über das umliegende Gelände) ist er das wohl berühmteste Naturdenkmal Australiens. Für die Anangu, den vor Ort ansässigen Stamm der Aborigines, ist der Uluru seit Jahrtausenden heilig - er steht im Mittelpunkt ihrer Tjukurpa, der überlieferten Gesetze und Schöpfungsgeschichten.
Wichtig:
Das Besteigen des Uluru ist seit dem 26. Oktober 2019 dauerhaft verboten. Die Nationalparkverwaltung und die australische Regierung haben den ausdrücklichen Wunsch der Anangu damit umgesetzt. Besucher können den Uluru auf ausgewiesenen Wanderwegen umrunden und die Felsformation aus der Nähe erleben.
Die Anreise zum Uluru
Der Uluru liegt rund 450 Kilometer südwestlich von Alice Springs - mitten im australischen Outback. Am bequemsten geht es per Flugzeug: Der Ayers Rock Airport (Connellan Airport) liegt nur wenige Kilometer vom Fels entfernt und wird direkt von Sydney, Melbourne und Alice Springs angeflogen. Wer mit dem Auto reist, sollte die Entfernungen nicht unterschätzen - weite Strecken führen durch völlig unbewohnte Wüste, Mobilfunkempfang gibt es kaum. Benzin und Wasser unbedingt vor Abfahrt auffüllen. Am Fels selbst liegt das Touristenort Yulara mit verschiedenen Unterkünften in allen Preisklassen, Restaurants und einem Supermarkt.
Rund um den Uluru - was man dort unternehmen kann
Den Uluru zu umrunden ist das Erlebnis, das die meisten Besucher am stärksten beeindruckt. Der Basis-Rundweg (Uluru Base Walk) ist 10,6 Kilometer lang und dauert zu Fuß etwa 3,5 Stunden. Wer weniger Zeit hat, kann auch kürzere Teilabschnitte wählen: der Mala Walk (2 km) führt an Höhlen und historischen Felszeichnungen entlang, der Kuniya Walk (1 km) zum Mutitjulu Waterhole, einer natürlichen Wasserstelle, an der das ganze Jahr über Tiere zu beobachten sind. An vielen Stellen weisen Schilder darauf hin, dass Fotografieren verboten ist - diese Bereiche sind für die Anangu spirituell bedeutsam und sollten respektiert werden.
Morgens und abends verwandelt sich der Fels: Je nach Sonnenstand wechselt seine Farbe von orange über tiefrot bis hin zu dunkelviolett. Die Aussichtsplattform Talinguru Nyakunytjaku ist mit dem Auto leicht zu erreichen und bietet den klassischen Blick auf den Fels im Gegenlicht. Für den Sonnenauf- und Sonnenuntergang lohnt es sich, früh aufzustehen - die besten Plätze sind schnell belegt.
Die Kata Tjuta - der unterschätzte Nachbar
Nur 30 Kilometer westlich des Uluru erheben sich die Kata Tjuta (auch: Olgas) - eine Gruppe von 36 runden Felskuppeln aus rotem Konglomeratgestein. Der höchste Gipfel, Mount Olga, überragt den Uluru mit 1069 Metern sogar deutlich. Für die Anangu sind die Kata Tjuta noch heiliger als der Uluru, weshalb es dort weniger erschlossene Wege gibt. Der Valley of the Winds Walk (7,4 km) durch die engen Schluchten zwischen den Felsen gehört zu den schönsten Wanderungen im gesamten Red Centre - und ist deutlich ruhiger als der Uluru-Rundweg. Wer nur wenig Zeit hat, kann auch den kürzeren Walpa Gorge Walk (2,6 km) gehen.
Beste Reisezeit und praktische Tipps
Die besten Monate für einen Besuch sind April bis Oktober. Im australischen Sommer (November bis März) steigen die Temperaturen im Outback auf über 45 Grad - körperlich anstrengende Aktivitäten sind dann kaum möglich, einige Wege werden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bei Wanderungen gilt: mindestens einen Liter Wasser pro Person und Stunde einplanen, Sonnenschutz und Kopfbedeckung sind Pflicht. Fliegen sind im australischen Outback eine ständige Begleitung - ein Fliegennetz über dem Hut ist keine Übertreibung, sondern praktisch. Geführte Touren mit Anangu-Rangern bieten tiefe Einblicke in die Kultur und Geschichte des Ortes, die man auf eigene Faust nicht bekommt.
Die Entstehung des Uluru
Der Berg ist vor rund 800 Millionen Jahren entstanden, als sich Geröll und Schlamm unter hohem Druck zu Arkose-Sandstein verfestigten. Durch gewaltige Erdbewegungen kippten die Gesteinsschichten und traten senkrecht an die Oberfläche - weshalb die Schichtung am Uluru heute fast senkrecht verläuft. Die charakteristische rote Farbe entsteht durch den hohen Eisengehalt im Gestein, das an der Oberfläche oxidiert. Den Aborigines ist der Fels seit Tausenden von Jahren bekannt. Europäer "entdeckten" ihn erst 1873: Der Forscher William Gosse bestieg als erster Europäer den Gipfel und benannte ihn nach dem damaligen südaustralischen Premierminister Henry Ayers. Seit 1993 trägt der Berg offiziell den Doppelnamen Uluru/Ayers Rock, wobei "Uluru" der primäre Name ist.
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