Druckausgleich in den Ohren nach dem Fliegen

Text: C. D. (Reiseverkehrskauffrau) / Letzte Aktualisierung: 05.09.2020

Menschen im Flugzeug
Druckausgleich nach dem Fliegen - Foto: © andrey gonchar - stock.adobe. com

Lang erwartet und wohl verdient ist der nahende Urlaub, wenn da nicht dieser bittere Beigeschmack der Ohrenschmerzen beim Start und der Landung des Flugzeuges wäre. Der fiese Druck im Ohr, dumpfes Hören und mitunter sogar Schmerzen, gehören zu den Unannehmlichkeiten des Fliegens, unter denen manche mehr leiden als andere. In den meisten Fällen helfen bereits kleine Maßnahmen, den Druckausgleich erfolgreich durchzuführen und entspannt den Landeanflug inklusive der tollen Aussicht genießen zu können.
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Wie kommt es zu dem Ohrendruck nach dem Fliegen?

Je weiter das Flugzeug vom Boden abhebt, desto geringer wird der umgebende Luftdruck. Die Gase im Körper dehnen sich aus. Dies merkt man nicht nur an dem enger werdenden Gürtel, sondern eben auch im Mittelohr. Die sich dort befindliche Luft dehnt sich aus und drückt gegen das Trommelfell. Der Druckausgleich ist über einen engen Gang, der Tube oder auch Eustachischen Röhre genannt wird, möglich. Er verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum und wird automatisch beim Schlucken geöffnet. Sobald das Flugzeug mit dem Landeanflug beginnt, nimmt der Luftdruck zu und passt sich zum Schluss dem am Boden wieder an. Erneut beginnt der Druck im Ohr, da sich nun die Luft in der Röhre zusammenzieht. Nur durch das erneute Öffnen der Röhre kann zusätzliche Luft vom Nasenrachenraum aus hineingelangen und einen Druckausgleich herstellen.
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Druckausgleich in den Ohren

Wie kann man dem Ohrendruck vorbeugen? Und wie funktioniert der Druckausgleich?

Dem Ohrendruck nach dem Fliegen vorbeugen

Kaum dass man das Flugzeug betritt, wird man bei vielen Airlines von einer strahlenden Flugbegleitung mit einer Zeitung und Bonbons begrüßt. Letztere sind wohl die einfachste Methode, den Druckausgleich in unseren Ohren wieder herzustellen. Durch das Lutschen und Schlucken wird die Eustachische Röhre automatisch geöffnet, der Ausgleich kann stattfinden. Einen ähnlichen Effekt erzielt das Kauen von Kaugummi, das Gähnen oder das schluckweise Trinken. Letzteres hat sich bei Babys und kleinen Kindern als Alternative zum Schnuller bewährt. Auch sollten die noch sehr jungen Fluggäste beim Landeanflug geweckt werden, da der Druckausgleich im Schlaf nicht immer automatisch funktioniert.

Druckausgleich in den Ohren mit dem Valsalva Manöver

Was wie eine komplizierte militärische Übung klingt, ist eine kinderleichte Methode, um den Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum herzustellen. Dafür werden die Lippen aufeinander gepresst und die Nase mit zwei Fingern zugedrückt. Nun atmet man ca. 10 Sekunden gegen die geschlossene Nase und den geschlossenen Mund aus. Luft kann aus dem Mittelohr entweichen. Das Gefühl im Ohr und dem Stirnbereich wird wieder angenehmer.
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Fliegen mit einer Erkältung oder mit Heuschnupfen

Die Befürchtungen mit einer Erkältung oder mit einer Heuschnupfen-Nase in den Urlaub zu fliegen, sind nicht zu weit hergeholt. Durch die Erkrankung sind die Schleimhäute der Eustachischen Röhre angeschwollen. Mitunter ist auch der Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum von Geburt an zu eng.
Einfachstes Mittel ist in diesen Fällen ein abschwellendes Nasenspray. Eine halbe Stunde vor dem Landeanflug sollte es angewandt werden. Bitten Sie eine Flugbegleiterin darum, Ihnen rechtzeitig Bescheid zu geben. Bei Kurzstreckenflügen ist es empfehlenswert, das Nasenspray bereits vor dem Abflug zu dosieren.

Anhaltende Schmerzen nach dem Flug

In der Regel normalisiert sich der Ohrendruck relativ schnell nach der Landung. Bei anhaltenden Schmerzen oder gar Hörproblemen, sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.
Wer die Probleme mit starkem Ohrendruck bereits von früheren Flügen kennt, kann sich im Vorfeld des Urlaubs oder der Geschäftsreise per Flugzeug auch Rat bei einem erfahrenen Hals-Nasen-Ohrenarzt holen.

Bitte beachten Sie, dass wir hier nur allgemeine Tipps und Hinweise geben! Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!

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