Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes konnten sich 2025 etwa 21 % der Bevölkerung in Deutschland - das sind rund 17,3 Millionen Menschen - keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Der Anteil blieb gegenüber 2024 stabil; 2023 hatte er noch bei 23 % gelegen.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit unter dem EU-Durchschnitt von 28 %. Am größten ist der Anteil in Rumänien mit 61 %, gefolgt von Griechenland mit 47 %. Am seltensten müssen Menschen in Luxemburg (11 %), Schweden (12 %) und den Niederlanden (13 %) auf eine Urlaubsreise verzichten.
Wer sich keine Urlaubswoche leisten kann (2025)
Was hinter der Zahl steckt
Hinter dem Indikator steht eine einfache Frage: Kann sich ein Haushalt aus eigener Kraft einmal im Jahr eine einwöchige Urlaubsreise leisten - im eigenen Land oder im Ausland? Wer das verneinen muss, gilt in der europäischen Statistik als von fehlender Urlaubsteilhabe betroffen. Die Kennzahl stammt aus der jährlichen EU-Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) und gilt als wichtiger Gradmesser für gesellschaftliche Teilhabe. Denn Urlaub ist längst nicht nur Luxus: Erholung, Tapetenwechsel und gemeinsame Zeit mit Familie oder Freunden gehören für die meisten Menschen zu einem normalen Leben dazu.
Erfreulich ist der Blick auf die Entwicklung: Während in den Jahren hoher Inflation viele Haushalte beim Urlaub zuerst den Rotstift ansetzten, ist der Anteil zuletzt wieder leicht gesunken - von 23 % im Jahr 2023 auf 21 % in den Jahren 2024 und 2025. Das entspricht rund 17,3 Millionen Menschen, für die eine Urlaubswoche finanziell nicht drin ist. Ein großer Sprung ist die Verbesserung nicht, aber immerhin eine Trendwende in die richtige Richtung.
Vor allem eine Frage des Einkommens
Innerhalb Deutschlands entscheidet vor allem der Geldbeutel. Im einkommensschwächsten Fünftel der Bevölkerung kann sich fast die Hälfte (48 %) keine Urlaubsreise leisten. Im nächsthöheren Fünftel ist es noch gut jede vierte Person (28 %), während der Anteil in den oberen Einkommensgruppen deutlich kleiner ausfällt. Der Urlaub bleibt damit eines der ersten Dinge, an denen gespart wird, wenn das Geld knapp ist.
Auch die Lebenssituation macht einen großen Unterschied: Alleinerziehende (39 %) und Alleinlebende (29 %) sind klar häufiger betroffen als Paare mit Kindern (18 %) oder ohne Kinder (16 %). Wer auf nur ein Einkommen angewiesen ist oder Kinder allein großzieht, muss beim Urlaub am ehesten zurückstecken - selbst dann, wenn der Wunsch nach einer Auszeit gerade hier besonders groß wäre.
Reisen bleibt eine soziale Frage
Der europäische Vergleich zeigt zugleich, wie eng Reisen und Wohlstand zusammenhängen. In ärmeren Mitgliedsstaaten wie Rumänien (61 %), Griechenland (47 %), Bulgarien oder Ungarn (je 39 %) kann ein großer Teil der Menschen nicht verreisen, während in wohlhabenden Ländern wie Luxemburg (11 %), Schweden (12 %) und den Niederlanden (13 %) nur wenige darauf verzichten müssen. Wer Tourismus und Teilhabe fördern will, kommt deshalb am Thema Einkommen nicht vorbei.



