Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg zählte Berlin von Januar bis März 2026 rund 2,6 Millionen Gäste - ein Mini-Plus von 0,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Übernachtungen gingen dagegen um 1,9 % auf 5,9 Millionen zurück.
Hinter den Gesamtzahlen steht eine deutliche Verschiebung: Aus Deutschland kamen 2,4 % mehr Gäste, ihre Übernachtungen legten um 1,0 % zu. Bei den internationalen Gästen sank die Besucherzahl dagegen um 4,3 %, die Übernachtungen um 6,3 %.
Wichtigste Herkunftsländer aus dem Ausland (Übernachtungen)
Verschiebung von international zu inländisch
Die nahezu stabile Gesamtzahl verdeckt eine deutliche Verschiebung der Gästestruktur. Aus Deutschland kamen 2,4 % mehr Reisende, ihre Übernachtungen stiegen um 1,0 %. Die internationale Nachfrage gab dagegen nach: 4,3 % weniger Gäste und 6,3 % weniger Übernachtungen aus dem Ausland. Für eine Weltstadt wie Berlin, die stark vom Städtetourismus aus dem Ausland lebt, ist dieser Rückgang spürbar - auch wenn die zusätzlichen deutschen Gäste einen Teil davon auffangen.
Bei den Herkunftsländern bleibt das Vereinigte Königreich mit 262.267 Übernachtungen der wichtigste Auslandsmarkt (−4,5 %), gefolgt von den USA mit 175.176 (−12,3 %) und Italien mit 153.534 (−9,8 %). Vor allem der deutliche Rückgang bei US-Gästen fällt ins Gewicht, da diese in der Regel länger bleiben und mehr ausgeben als der Durchschnitt.
Ferienwohnungen und Camping im Plus
Auffällig ist, wie unterschiedlich sich die Unterkunftsarten entwickeln. Während die klassischen Hotelübernachtungen mit −0,2 % praktisch auf Vorjahresniveau verharrten, legten Ferienunterkünfte deutlich zu: 6,9 % mehr Übernachtungen bei 4,8 % mehr Gästen. Noch stärker wuchs das Campingsegment mit einem Plus von 12,2 %. Der Trend zu individuellen Unterkünften und naturnahem Reisen, der sich seit einigen Jahren abzeichnet, setzt sich also auch in der Hauptstadt fort.
Insgesamt standen den Gästen 690 Beherbergungsbetriebe und 6 Campingplätze zur Verfügung. Die Auslastung der angebotenen Betten lag bei 45,7 % - ein für das Winterquartal solider Wert, der die ungebrochene Anziehungskraft Berlins zeigt.
Ausblick
Ob Berlin im weiteren Jahresverlauf wieder mehr internationale Gäste anzieht, hängt auch von Faktoren ab, die die Stadt nur bedingt beeinflussen kann - vom Wechselkurs über die Flugpreise bis zur weltpolitischen Lage. Die wachsende Zahl an Inlandsreisenden und der Boom bei Ferienwohnungen und Camping zeigen aber, dass die Nachfrage nach der Hauptstadt grundsätzlich stabil bleibt.



