Verantwortungslos? Raserurlaub in Deutschland

Autobahnabschnitte ohne Geschwindigkeitsbegrenzung ziehen Touristen an

Eine Zeitung
Foto: © Zerbor

Es gibt viele gute Gründe für einen Urlaub in Deutschland. Nicht nur die Einwohner der Bundesrepublik selbst, sondern auch jene, die Deutschland von anderen Kontinenten und Ländern aus bereisen, wissen das. Doch statt mit Kultur, Landschaft oder Kulinarik locken ausländische Reiseveranstalter nun mit einem ganz besonderen Reise-Vorteil: Fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzungen auf deutschen Autobahnen.

Hochgeschwindigkeit als Urlaubsinhalt

Nicht auf allen Autobahnabschnitten innerhalb Deutschlands ist das Fahren ganz ohne Begrenzung möglich. Dort, wo es allerdings erlaubt ist, zieht es seit geraumer Zeit immer mehr Touristen hin. Das dürfte auch daran liegen, dass Reiseveranstalter mit Titeln wie „German Autobahn Challenge“ locken und Urlaubern spezielle Pakete schnüren. Ein fünftägiger Deutschlandurlaub ist dann für mindestens 90.000 Euro zu haben, wobei Reisende mit dem eigenen Sportwagen anreisen müssen. Aufgeteilt ist ein solcher Aufenthalt in mehrere Etappen, bei denen sich Urlauber so viel Geschwindigkeit zumuten können, wie sie wollen.

Ein gefährliches Angebot

„German Autobahn Challenge“ jedoch ist nicht das einzige Angebot, das Touristen auf Deutschlands Autobahnen bringen soll. Auch andere Veranstalter haben den Trend erkannt und richtigen sich bewusst an all jene, die in ihrem eigenen Land nicht schnell fahren dürfen. Die Sicherheit auf den Straßen könnten solche Urlaubsangebote zweifellos beeinträchtigen. Fahren Touristen mit mehr als 250 Kilometern pro Stunde über die Autobahn, könnte dies schwere Unfälle nach sich ziehen. Bleibt also zu hoffen, dass Deutschland auch seine letzten „freien“ Autobahnabschnitte mit sinnvollen Geschwindigkeitsbegrenzungen versieht.

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