Städtereise nach Krakau - Florenz des Nordens
Text: D. S. / Letzte Aktualisierung: 09.04.2026
Krakau wird oft als das "polnische Rom" oder "Florenz des Nordens" bezeichnet, aber diese Vergleiche werden der Stadt nicht ganz gerecht. Mit etwa 775.000 Einwohnern ist sie deutlich kleiner als Warschau, doch viele Polen betrachten Krakau als das wahre Herz ihres Landes - die kulturelle und spirituelle Hauptstadt. Die Stadt wurde 1978 in die UNESCO-Weltkulturbeliste aufgenommen und fasziniert Besucher mit ihrer mittelalterlichen Architektur, ihrer tiefverwurzelten Geschichte und ihrem lebendigen Kulturleben.
Infos über Krakau:
- Woiwodschaft: Kleinpolen
- Lage: an der Weichsel
- Fläche: 326,85 km²
- Einwohnerzahl: ca. 775.000
Geschichte und Bedeutung
Krakaus Bedeutung liegt nicht in seiner Größe, sondern in seiner Rolle als Kulturzentrum. Die Stadt war Sitz der Könige, Ort der Universität Jagiellona (eine der ältesten Universitäten Europas, gegründet 1364) und Zentrum der jüdischen Kultur in Polen. Die UNESCO-Anerkennung 1978 war verdient - Krakau ist einer der best erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas.
Tipps und Infos für einen Urlaub in Krakau:
Hier sind die wichtigsten Sehenswertürdigkeiten:
Die Sehenswürdigkeiten im Detail
Das Wawel-Schloss thront auf einem Hügel über der Stadt und war im Mittelalter und in der Neuzeit die Residenz der polnischen Könige. Das Schloss beherbergt mehrere Museen mit Kunstsammlungen, Möbeln und Waffen. Die Kathedrale mit ihren Kapellen ist der Ort, an dem polnische Könige gekrönt und begraben wurden. Eine Führung (oft auf Deutsch verfügbar) ist sehr empfehlenswert.
Der große Marktplatz (Rynek) ist einer der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas und steht im Zentrum der Altstadt. Im Zentrum des Platzes befindet sich der Tuchhallen-Komplex mit Geschichten, Restaurants und dem Museum. Die Marienkirche an der Ecke des Platzes fasziniert mit ihrer ungleichen Türmen (einer höher als der andere - einer Legende nach geschah dies, weil der Architekt beraubt wurde). Jede Stunde erklingt vom Türm die "Hejnał" (Marienhornal), eine traditionelle Fanfare.
Der Königsweg
Das jüdische Viertel Kaz Imerez ist voller Geschichte. Mit über 100 Kirchen und Klöstern in Krakau ist die Stadt auch ein Zentrum für Religiöse Kunst. Die Peter-und-Paul-Kirche und die Dominikanerkirche sind besonders sehenswert.
Die Kellerkneipen - Ein unvergessliches Erlebnis
Eines der einzigartigsten Erlebnisse in Krakau sind die über 200 Kellerkneipen (Piwnicy). Diese befinden sich in mittelalterlichen Kreuzgewölben unterhalb der Altstadt und schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Mit Low-Ceilings, Candlelight, alten Ziegeln und lokalem Bier sind sie perfekt für einen authentischen Abend. Viele Kneipen live Musik und Folklore, wodurch das Erlebnis noch atmosphärischer wird.
Külinarische Highlights
Krakaus Gastronomie ist ausgezeichnet und preiswert. Pierogi (gefüllte Teigtaschen) sind ein Muss, erhältlich mit sätzlich verschiedenen Füllungen. Zurek, eine saure Roggen-Suppe, und Bigos, ein Fleisch- und Kraut-Eintopf, sind traditionelle Speisen. Die örtlichen Brauereien bieten ausgezeichnete Biere, und die Kaffekultur ist beachtlich.
Ausflugstipps: Salzmine Wieliczka
Nur 14 Kilometer von Krakau entfernt liegt die Salzmine Wieliczka, eine der ältesten Salzmünde Europas (seit dem 13. Jahrhundert in Betrieb). Besucher können 300 Meter unter die Erde hinabsteigen und unterirdische Seen, Salzstatuen und sogar eine in Salz gebauerte Kapelle besichtigen. Ein Halbtagesausflug ist absolut empfehlenswert und wird von vielen Reisebüros angeboten.