Familienurlaub in Italien - Bella Italia für Groß und Klein

Text: K. K. / Letzte Aktualisierung: 21.04.2026

Familienurlaub in Italien
Tipps für einen entspannten Familienurlaub in Italien - Foto: © travnikovstudio - stock.adobe. com

Sandburgen bauen an der Adria, Pizza essen in einer römischen Trattoria, Wandern durch die toskanischen Hügel oder Schwimmen im Gardasee - Italien ist für Familien seit Jahrzehnten eines der klassischen Reiseziele. Hinzu kommt die herzliche italienische Gastfreundschaft, die Kinder in Restaurants und Hotels als selbstverständlichen Teil des Urlaubs willkommen heißt. In unserem Reiseratgeber stellen wir Ihnen die schönsten Regionen und Städte für Ihren Familienurlaub vor, geben Tipps zur Anreise, zur Wahl der Unterkunft und verraten Ihnen, was Sie vor der Abreise beachten sollten.

Warum Italien zum Familienurlaub passt

Die Gründe für die anhaltende Beliebtheit sind schnell aufgezählt: Die Entfernung ist überschaubar, die Anreise mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug unkompliziert, und als EU-Mitglied müssen Sie sich weder um Visa noch um aufwendige Grenzformalitäten kümmern. Auch die Kinder sind dank gemeinsamer Währung (Euro) schnell in der Lage, sich ihr Eis selbst zu kaufen.

Ein großer Pluspunkt ist die italienische Kultur im Umgang mit Kindern. In Restaurants gibt es fast überall Kinderteller oder kleinere Portionen, Kellner bringen ungefragt Malstifte oder ein paar Kekse, und auch spät am Abend stören sich die wenigsten Gäste daran, wenn Kleinkinder am Nachbartisch sitzen. Dazu kommt die landschaftliche Vielfalt: Innerhalb weniger Stunden Fahrt können Sie von einem Alpensee zu einem Sandstrand wechseln oder nach einem Städtetag in Florenz auf einem Agriturismo in der Toskana übernachten.

Die schönsten Regionen für einen Familienurlaub in Italien

Italien erstreckt sich über mehr als 1.300 Kilometer von Nord nach Süd - entsprechend unterschiedlich sind die Regionen. Welche am besten zu Ihrer Familie passt, hängt vom Alter der Kinder, von den Vorlieben und von der geplanten Reisedauer ab.

Gardasee - Badespaß mit Bergkulisse
Der Gardasee ist für viele Familien die erste Begegnung mit Italien - und das aus gutem Grund. Der größte See Italiens liegt nur wenige Autostunden hinter dem Brenner, das Wasser erreicht im Sommer angenehme 24 Grad, und die Uferpromenaden in Orten wie Bardolino, Lazise oder Riva del Garda lassen sich mit Kinderwagen problemlos ablaufen. Besonders der südliche Teil rund um Peschiera und Sirmione ist durch seine flach abfallenden Strände kinderfreundlich.

Rund um den See finden Sie viele Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, Bootsanleger mit Ausflugsdampfern und gut erschlossene Fahrradrouten. Das neue, 2018 eröffnete Fahrradwegstück bei Limone, das auf einer Plattform über dem Wasser verläuft, ist auch für Kinder gut befahrbar und bietet einen schönen Blick auf den See.

Tipp: Die Monate Juni und September sind am Gardasee besonders angenehm. Das Wasser ist warm genug zum Baden, die Temperaturen sind noch nicht drückend heiß und die Strände weniger voll als in den italienischen Schulferien im August.

Strandurlaub an der Adria
Vor allem bei Familien beliebt: Ein Strandurlaub an der Adria - Foto: © DarwelShots - stock.adobe. com

Adria-Küste - klassische Strandferien mit Kindern
Die italienische Adria zwischen Venedig und den Marken ist ein Klassiker für Familien. Ferienorte wie Lignano Sabbiadoro, Bibione, Caorle, Jesolo, Cesenatico oder Rimini bieten lange, flach abfallende Sandstrände, an denen schon kleine Kinder bedenkenlos im Wasser planschen können. Die Strandabschnitte sind meist in Reihen mit Sonnenschirmen und Liegen organisiert, viele Badeanstalten (auf Italienisch "Stabilimenti") haben eigene Kinderbereiche, Animation und Spielplätze.

Wer einen Mix aus Strand und Kultur sucht, findet ihn hier ebenfalls. Ein Tagesausflug nach Venedig ist von Jesolo per Boot in etwa einer Stunde möglich, Ravenna mit seinen berühmten byzantinischen Mosaiken liegt rund 30 Minuten hinter Rimini.

Gut zu wissen: Die Nutzung eines Badeplatzes mit Schirm und zwei Liegen kostet in der Hauptsaison zwischen 20 und 40 Euro pro Tag, je nach Ort und Lage des Platzes. Freie Strandabschnitte ("spiaggia libera") ohne Gebühren gibt es ebenfalls, sie sind aber meist weniger gut ausgestattet und in den Hochsaisonwochen schnell gefüllt.

Toskana - Kultur, Natur und Agriturismo
Die Toskana mit ihren sanften Hügeln, Zypressenalleen und alten Städten lässt sich mit Kindern am besten von einem Agriturismo aus entdecken. Diese Bauernhöfe mit Ferienwohnungen bieten meist einen Pool, viel Platz zum Toben, manchmal auch Tiere zum Streicheln und eigene Produkte wie Olivenöl oder Wein. Von dort aus können Sie Städte wie Florenz, Siena, Lucca oder Pisa tageweise besuchen und am Nachmittag zum Abkühlen zurückfahren, bevor die Hitze in den Innenstädten zu groß wird.

Die Küstenregion Maremma im Süden der Toskana bietet eine angenehme Verbindung aus Strand und Natur. Der Naturpark Parco dell'Uccellina mit seinen Wanderwegen, der kilometerlange Sandstrand von Marina di Alberese und das Städtchen Castiglione della Pescaia eignen sich gut für einen einwöchigen Familienaufenthalt.

Sardinien - türkisfarbenes Wasser am Mittelmeer
Sardinien hat einige der schönsten Badestrände im Mittelmeer. Die Costa Rei im Südosten und der Golfo di Orosei im Osten bieten feinsandige Strände, die oft an karibische Szenerien erinnern. Das Wasser ist kristallklar und fällt an vielen Stränden so flach ab, dass auch Kleinkinder gefahrlos planschen können.

Die Insel ist per Flugzeug in rund zwei Stunden von Deutschland aus erreichbar, alternativ können Sie mit dem Auto und einer Fähre ab Genua, Livorno oder Civitavecchia anreisen. Die Fährfahrt dauert je nach Route zwischen 7 und 13 Stunden - mit einer Kabine über Nacht eine kleine Reise für sich, die viele Kinder als Abenteuer in Erinnerung behalten.

Tipp: Die Fährpreise für ein Auto mit vier Personen und Kabine beginnen bei etwa 300 Euro pro Strecke in der Nebensaison, können in der Hochsaison im Juli und August aber auch auf 700 bis 900 Euro steigen. Eine frühzeitige Buchung lohnt sich.

Sizilien - Geschichte und Strand für kleine Entdecker
Sizilien verbindet Strandurlaub mit Naturerlebnissen und antiker Geschichte. Die Badeorte Cefalù im Norden oder San Vito Lo Capo im Westen bieten saubere Strände und sind auch für Familien mit kleineren Kindern gut geeignet. Spannend für ältere Kinder ist ein Ausflug zum Ätna, Europas höchstem aktiven Vulkan, den Sie bis auf 2.500 Meter Höhe mit Seilbahn und Geländewagen erkunden können.

Auch die antiken Stätten in Agrigent oder Selinunt lassen sich kindgerecht erleben, vor allem am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. Wer sich für Mythologie oder Geschichte begeistert, findet hier anschauliche Anknüpfungspunkte für Gespräche mit Schulkindern.

Südtirol - Berge, Seen und Bauernhöfe
Südtirol im Norden Italiens ist das ganze Jahr über ein lohnendes Reiseziel für Familien. Im Sommer locken Wanderungen auf der Seiser Alm, Badetage am Kalterer See und Ausflüge zu den Ritterburgen. Im Winter verwandelt sich die Region in ein Eldorado für kleine Skifahrer. Die Kombination aus deutschsprachiger Bevölkerung, alpinem Klima und italienischer Lebensart macht die Anreise mit Kindern besonders entspannt - sprachliche Hürden fallen weg, die Küche ist eine Mischung aus herzhaften Knödeln und italienischer Pasta. Mehr zu dieser Region lesen Sie in unserem Ratgeber Urlaub in Südtirol.

Städtereisen mit Kindern in Italien

Eine Städtereise nach Italien ist auch mit Kindern möglich, wenn Sie das Programm anpassen und sich nicht zu viel vornehmen. Zwei bis drei Höhepunkte am Tag, ausreichend Pausen im Park oder Eiscafé und frühzeitig gebuchte Online-Tickets für die großen Sehenswürdigkeiten machen den Unterschied zwischen einem stressigen und einem schönen Aufenthalt.

In Rom begeistert Kinder das Kolosseum und das Forum Romanum mit kindgerechten Audioguides, der Spaziergang über die Piazza Navona mit ihren Brunnen und das Kindermuseum Explora mit seinen interaktiven Stationen. In Florenz lohnen sich neben den Uffizien (am besten nur in Auswahl besuchen) vor allem der Boboli-Garten und das Museo Galileo mit historischen wissenschaftlichen Instrumenten. In Venedig fahren statt Autos Boote: Eine Fahrt mit dem Vaporetto über den Canal Grande ist für Kinder meist genauso aufregend wie ein Bummel durch die verwinkelten Gassen oder ein Ausflug zu den Glasbläsereien auf Murano.

Wichtig: In staatlichen italienischen Museen und archäologischen Stätten haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt. Das gilt zum Beispiel für die Uffizien in Florenz, das Kolosseum und das Forum Romanum in Rom oder die Galleria dell'Accademia in Venedig. Ein Reservierungsentgelt fällt trotzdem an, liegt aber meist nur bei wenigen Euro. Für die Vatikanischen Museen gelten dagegen eigene Tarife, denn sie gehören zum Vatikanstaat - hier zahlen Kinder ab 6 Jahren einen ermäßigten Eintritt.

Die beste Reisezeit für den Familienurlaub in Italien

Wann Sie verreisen, hängt von Ihrem Reiseziel ab. Für einen Badeurlaub an Adria, Sardinien oder Sizilien eignen sich die Monate Juni und September besonders gut. Das Wasser ist warm, die Hitze des Hochsommers fehlt, und die Strände sind deutlich leerer als im August. Im Juli und August wird es vor allem in Süditalien sehr heiß, und die italienischen Schulferien sorgen für hohe Belegung und höhere Preise.

Für Städtereisen nach Rom, Florenz oder Venedig sind April, Mai, September und Oktober am angenehmsten. Die Temperaturen liegen dann meist zwischen 18 und 25 Grad, ideal für lange Spaziergänge durch die Innenstädte. Auch die Wartezeiten an den großen Sehenswürdigkeiten fallen außerhalb der Hauptsaison deutlich kürzer aus.

Südtirol und die Dolomiten sind im Sommer (Juni bis September) für Wanderurlauber interessant, im Winter (Dezember bis März) für Familien, die gern Ski fahren. Die Nebensaison im Mai und November ist in vielen Orten ruhig, einige Hotels und Bergbahnen haben dann geschlossen.

Wichtig: Rund um den 15. August feiern die Italiener "Ferragosto" - Mariä Himmelfahrt ist einer der höchsten gesetzlichen Feiertage des Landes und traditionell der Termin, an dem viele Italiener selbst in den Urlaub aufbrechen. Viele Geschäfte, Museen und auch manche Restaurants sind an diesem Tag geschlossen, während die Strände und Badeorte besonders voll sind. Wer um diesen Termin herum reist, sollte frühzeitig buchen und flexibel planen.

Anreise nach Italien mit Auto, Bahn oder Flugzeug

Italien lässt sich von Deutschland aus auf drei Wegen gut erreichen. Welche Anreise sich für Ihre Familie am besten eignet, hängt vom Reiseziel, der Zahl der Personen und dem geplanten Gepäck ab.

Mit dem Auto nach Italien
Die meisten deutschen Familien reisen mit dem eigenen Wagen nach Italien. Sie sind damit unabhängig von Flug- und Bahnplänen, können viel Gepäck mitnehmen (etwa Kinderwagen, Fahrräder oder Sandspielzeug) und am Urlaubsort flexibel Ausflüge unternehmen. Die klassische Route führt über den Brennerpass (A22), Alternativen sind der Reschenpass oder der Gotthard Pass in der Schweiz.

Diese Flexibilität hat allerdings ihren Preis. Für Österreich benötigen Sie eine Vignette (etwa 12 Euro für 10 Tage), die Brennerautobahn ist zusätzlich mautpflichtig (rund 11 Euro pro Fahrt in einer Richtung). Auch in Italien selbst ist die Autobahn mautpflichtig - für die Strecke vom Brenner bis zum Gardasee fallen etwa 18 Euro an. Auf die gesamte Hin- und Rückfahrt nach Mittelitalien kommen so schnell 80 bis 120 Euro nur an Mautkosten zusammen, hinzu kommen die Spritkosten, die je nach Fahrzeug und Strecke bei einer Familienreise leicht 300 Euro und mehr ausmachen.

Tipp: Planen Sie mit Kindern genügend Pausen ein. Alle zwei bis drei Stunden eine Station mit Spielplatz, Toilette und Getränken macht die Fahrt für alle entspannter. Die italienischen "Autogrill"-Raststätten bieten meist eine gute Auswahl an warmen Speisen und sind auch auf Familien eingestellt.

Mit der Bahn nach Italien
Die Anreise mit dem Zug ist eine umweltfreundliche und gerade für Familien erstaunlich entspannte Alternative zum Auto. Von München aus fahren direkte EuroCity-Züge nach Verona, Bologna, Florenz und Rom. Die Fahrzeit München-Verona beträgt rund fünfeinhalb Stunden, bis Rom sind es knapp zehn Stunden. Besonders bequem: der ÖBB Nightjet, der abends in München oder Wien losfährt und am nächsten Morgen in Rom, Neapel oder Venedig ankommt. Familien können ein Sechserabteil als private Schlafkabine buchen.

Preislich beginnen einfache Fahrten von München nach Verona ab etwa 40 Euro pro Person, Kinder unter 14 Jahren fahren in Begleitung der Eltern oft kostenlos oder mit Ermäßigung. Für den Nightjet im Privatabteil sollten Sie für die Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern ab etwa 500 Euro einplanen - Hin- und Rückfahrt zusammen.

Mit dem Flugzeug nach Italien
Wenn das Urlaubsziel weiter südlich liegt, ist der Flug oft die sinnvollste Wahl. Von Deutschland gibt es Direktflüge zu allen großen italienischen Flughäfen: Mailand (Malpensa, Linate, Bergamo), Rom (Fiumicino), Venedig, Bologna, Neapel, Bari, Brindisi, Palermo, Catania, Olbia und Cagliari. Die Flugzeit beträgt je nach Ziel zwischen eineinhalb und drei Stunden.

Für eine vierköpfige Familie nach Sizilien oder Sardinien liegen die Flugpreise in der Nebensaison bei etwa 400 bis 600 Euro, in der Hauptsaison im Juli und August auch bei 1.000 Euro und mehr. Eine frühzeitige Buchung und eine gewisse Flexibilität bei den Reisedaten zahlen sich hier aus.

Campingurlaub in Italien
Campingplätze in Italien sind bei Familien besonders beliebt - Foto: © DarwelShots - stock.adobe. com

Unterkünfte für Familien in Italien

Italien bietet eine große Bandbreite an Unterkünften für Familien - vom Animationshotel an der Adria bis zum einsamen Bauernhof in der Toskana. Welche Form am besten passt, hängt vom Reisetyp und vom Alter der Kinder ab.

Familienhotels mit Animation und Kinderbetreuung
Entlang der Adria und am Gardasee haben sich zahlreiche Hotels ganz auf Familien spezialisiert. Das Angebot reicht von Kinder-Miniclubs über Pools mit Wasserrutschen bis zu eigenen Restaurants mit kindgerechten Essenszeiten. Manche Häuser arbeiten mit deutschsprachigen Animateuren, was vor allem für jüngere Kinder angenehm ist. Die Preise für eine Familie im Doppelzimmer mit Zustellbetten liegen in der Hauptsaison meist zwischen 150 und 300 Euro pro Nacht inklusive Halbpension, in gehobenen Häusern auch deutlich darüber.

Ferienwohnungen und Ferienhäuser
Für Familien, die Wert auf Unabhängigkeit legen und auch mal selbst kochen möchten, ist eine Ferienwohnung oft die passende Wahl. Besonders in ländlichen Regionen wie der Toskana, Umbrien oder dem sizilianischen Hinterland finden sich schöne Häuser mit Pool und Garten schon ab etwa 800 Euro pro Woche.

Tipp: Lesen Sie die Bewertungen früherer Gäste aufmerksam durch, bevor Sie buchen. Achten Sie auf Angaben zur tatsächlichen Entfernung zu Strand, Ort oder Supermarkt - in Beschreibungen wirkt vieles näher, als es tatsächlich ist.

Agriturismo - Urlaub auf dem italienischen Bauernhof
Eine italienische Besonderheit sind die sogenannten Agriturismi: landwirtschaftliche Betriebe, die Ferienwohnungen, manchmal auch Halbpension anbieten. Sie finden sich vor allem in der Toskana, Umbrien, im Piemont und in Südtirol. Kinder lieben die direkte Nähe zu Tieren wie Schafen, Eseln, Hühnern oder Pferden. Viele Höfe verkaufen eigene Produkte - Wein, Olivenöl, Honig, Käse - die Sie direkt an Ort und Stelle probieren können.

Die Preise sind meist moderat: Eine Ferienwohnung für vier Personen kostet in der Nebensaison ab etwa 90 Euro pro Nacht, in der Hauptsaison zwischen 130 und 200 Euro.

Campingplätze und Ferien-Dörfer
Italien hat eine sehr gut ausgebaute Camping-Infrastruktur. Besonders an der Adria, am Gardasee und an der toskanischen Küste finden Sie große "Camping Villages" mit Pools, eigenem Strandzugang, Restaurants und Animation. Wer kein eigenes Zelt oder Wohnmobil hat, kann auf den meisten Plätzen ein fertiges Mobilheim oder einen Bungalow mieten. Ein Mobilheim für vier Personen kostet in der Hauptsaison zwischen 700 und 1.500 Euro pro Woche, in der Nebensaison deutlich weniger.

Gut zu wissen: Wildcampen ist in ganz Italien verboten und wird mit hohen Bußgeldern geahndet. Auch das Übernachten im Wohnmobil auf öffentlichen Parkplätzen ist meist nicht erlaubt. Nutzen Sie daher ausgewiesene Stellplätze oder Campingplätze. Weitere Tipps für einen Campingurlaub mit der Familie

Italienisch essen mit Kindern

Essen gehört in Italien zur Kultur wie das Meer zur Küste. Für Familien ist das Land kulinarisch ein Geschenk: Pizza, Pasta, Eis und frisches Obst finden fast alle Kinder lecker. In Restaurants werden Familien fast überall mit Selbstverständlichkeit empfangen. Viele Lokale bieten Kinderteller oder halbe Portionen an, häufig auch ohne dass Sie danach fragen müssen.

Was anfangs ungewohnt wirkt, ist der späte Abendessen-Rhythmus. In vielen Regionen öffnen Restaurants erst gegen 19:30 oder 20:00 Uhr. Für jüngere Kinder bietet sich alternativ ein früher Imbiss an: Eine Pizza vom Bäcker, eine "Piadina" (gefüllte Teigfladen) an der Küste oder ein Stück "Focaccia" stillen den ersten Hunger und überbrücken die Zeit. Eisdielen haben dagegen meist durchgehend geöffnet und sind zwischen 16 und 19 Uhr ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Urlauber.

Tipp: Italienisches Frühstück fällt im Vergleich zum deutschen eher knapp aus - meist Cappuccino und ein süßes Gebäckstück ("Cornetto"). In Hotels, die auf deutsche Gäste eingestellt sind, gibt es dagegen fast immer ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Wurst, Käse, Eiern und Müsli.

Praktische Tipps für den Italien-Urlaub mit Kindern

Ein paar organisatorische Punkte erleichtern den Urlaub und ersparen böse Überraschungen.

  • Einreisedokumente: Auch Kinder benötigen für die Einreise nach Italien ein eigenes Ausweisdokument. Als EU-Bürger reichen ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Der Kinderreisepass wird seit dem 1. Januar 2024 nicht mehr ausgestellt - bereits ausgestellte Exemplare bleiben aber bis zum aufgedruckten Ablaufdatum gültig. Eintragungen im Ausweis der Eltern sind seit 2012 nicht mehr zulässig. Prüfen Sie rechtzeitig, ob die Dokumente noch ausreichend lange gültig sind.
  • Reiseapotheke: Auch wenn Italien ein gut versorgtes Land mit dichtem Apothekennetz ist - eine gut ausgestattete Reiseapotheke gehört ins Gepäck. Neben Sonnenschutz (mindestens LSF 50 für Kinder) und Mitteln gegen Insektenstiche sollten Sie auch kindgerechte Medikamente gegen Fieber, Durchfall und Übelkeit einpacken. Ausführlichere Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber Was gehört in die Reiseapotheke?
  • Bezahlung: In Städten und touristischen Regionen können Sie fast überall mit Karte zahlen. In kleineren Restaurants, auf Märkten oder bei Badeanstalten ist Bargeld aber nach wie vor wichtig. Heben Sie Bargeld möglichst an Bankautomaten ab, nicht an den oft teuren Wechselstuben oder an Euronet-Automaten an Touristenhotspots.
  • Kindersitz und Verkehrsregeln: In Italien gilt für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und unter 1,50 Meter Körpergröße die Pflicht zum Kindersitz. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger in den ersten drei Jahren bei 0,0. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind auf Autobahnen 130 km/h, auf Landstraßen 90 km/h und innerorts 50 km/h. Bei Regen oder Schnee gilt auf Autobahnen ein reduziertes Tempolimit von 110 km/h, auf Schnellstraßen 90 km/h. Tagsüber Licht einschalten ist außerorts vorgeschrieben.
  • ZTL-Zonen: Viele italienische Städte haben verkehrsberuhigte Innenstadtbereiche, sogenannte "Zone a Traffico Limitato". Wer dort ohne Berechtigung einfährt, wird durch Kameras erfasst und bekommt das Bußgeld meist erst Monate später nach Hause geschickt. Parken Sie am Stadtrand und nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel.
  • Sicherheit: Italien ist insgesamt ein sicheres Reiseland. Vor Taschendieben sollten Sie in den Touristenmagneten Rom, Florenz, Venedig, Mailand und Neapel besonders auf der Hut sein - vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Sehenswürdigkeiten. Tragen Sie Wertsachen dicht am Körper, nehmen Sie keine großen Geldbeträge mit und lassen Sie im Auto nichts Wertvolles liegen. Auch vor Autoeinbrüchen an Raststätten und abgelegenen Parkplätzen warnt der ADAC regelmäßig.
  • Sprache: Mit Englisch kommen Sie in den meisten touristischen Regionen gut zurecht. Ein paar italienische Grundwörter wie "grazie" (danke), "prego" (bitte), "buongiorno" (guten Tag) und "un gelato per favore" (ein Eis bitte) öffnen jedoch Türen und sorgen oft für ein Lächeln. Auch Kinder haben meist schnell Spaß daran, ein paar Wörter zu lernen.

Sieben Highlights für Ihren Familienurlaub in Italien

Zum Abschluss eine Auswahl an Erlebnissen, die bei vielen Familien in besonders guter Erinnerung bleiben:

  • Ein Nachmittag in der Cinquecento-Kutterwerft von Cesenatico an der Adria: Das dortige Marinemuseum zeigt historische Holzschiffe direkt im Hafenkanal, der von Leonardo da Vinci entworfen wurde.
  • Schmetterlingshaus und Schokoladenmuseum "Butterfly Arc" bei Padua - ein kombinierter Besuch, der vor allem bei Regenwetter ein guter Ausweichtipp ist.
  • Ein Spaziergang durch die Ruinen von Ostia Antica nahe Rom, meist deutlich leerer als Pompeji und mit einem gut zu laufenden Wegesystem für Kinder.
  • Eine Fahrt mit dem Trenino Rosso del Bernina von Tirano nach St. Moritz - die UNESCO-Weltkulturerbe-Bahnstrecke führt über Viadukte und Gletscher, Kinder zahlen einen stark ermäßigten Preis.
  • Ein Besuch der Marmorhöhlen von Carrara mit einer geführten Tour durch die unterirdischen Abbaukammern, aus deren Stein schon Michelangelo gearbeitet hat.
  • Saline von Cervia an der Adria: In den Salzgärten können Sie Flamingos beobachten und beim geführten Rundgang selbst Salz ernten.
  • Eine Nachtwanderung auf den Vesuv mit Blick über den Golf von Neapel - für ältere Kinder ab etwa 10 Jahren ein besonderes Erlebnis.

Mit guter Planung, etwas Flexibilität und der berühmten italienischen Lässigkeit wird Ihr Familienurlaub in Italien ganz sicher eine schöne Erinnerung. Buon viaggio!
Bei uns finden Sie noch viele weitere Tipps für einen entspannten Familienurlaub!

Weiterführende Informationen und Quellenangaben:

  • Die offizielle Webseite des staatlichen italienischen Fremdenverkehrsamtes informiert ausführlich über das Reiseland Italien: https://www.italia.it/de
  • Auf der Webseite von HU Openair finden Sie eine Auswahl an z.B. Feriendörfern und Campingplätzen in Italien, die speziell auf Familien ausgerichtet sind: https://huopenair.com/de
  • Die deutschen Vertretungen in Italien:
    Botschaft in Rom (Adresse: Via San Martino della Battaglia 4, 00185 Roma)
    Generalkonsulat in Mailand (Adresse: Via Solferino 40, 20121 Milano)
    Weitere Infos gibt es auf der Webseite https://italien.diplo.de/it-de

Weitere Tipps für einen Urlaub in Italien: