Städte in Island
Island ist ein Land mit wenigen Einwohnern (etwa 380.000) und entsprechend wenigen Städten nach mitteleuropäischem Maßstab. Die Besiedlung konzentriert sich auf den Küstengürtel, insbesondere im Westen und Südwesten der Insel. Wer Städtetrips unternimmt, sollte sich bewusst machen, dass isländische Städte ein anderes Verständnis haben als deutschsprachige Städte. Sie sind kleiner, überschaubar und bieten dafür intensive Natur in unmittelbarer Nähe.
Reykjavik - Die Hauptstadt
Mit etwa 124.000 Einwohnern in der Stadt selbst und 230.000 in der Agglomeration ist Reykjavik das urbane Zentrum Islands. Die Gebäude zeigen durchweg bunte Farben, traditionelle Holzhäuser stehen neben modernen Strukturen. Die Hallgrimskirkja-Kirche mit ihrer charakteristischen Architektur prägt die Silhouette. Geothermie ist allgegenwärtig - viele Gebäude werden durch heiße Quellen beheizt. Die Stadt hat ein lebhaftes Kulturangebot mit Museen, Galerien und Restaurants, die nordische sowie internationale Küche servieren. Der Hafen und die umgebenden Berge machen Reykjavik zu einem natürlichen Zentrum für Städtetrips und es ist der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge ins Landesinnere.
Akureyri - Hauptstadt des Nordens
Mit etwa 18.000 Einwohnern ist Akureyri die zweitgrößte Stadt Islands und liegt an der Nordwest-Küste in einer fjordartigen Bucht. Das Stadtbild wird durch die steil aufsteigende Topografie bestimmt - Häuser staffeln sich die Berghänge hinauf. Akureyri bietet Sehenswürdigkeiten wie den Botanischen Garten (mit 7000 Pflanzenarten trotz des Nordlands), die gotische Akureyrarkirkja-Kirche und das kulturelle Leben einer Klein- bis Mittelstadt. Die Stadt ist bekannt für eine Sommerfestatmosphäre und dient als Drehscheibe für Reisende, die den Norden Islands erkunden. Von Akureyri aus sind die Wassfälle Godafoss und Dettifoss sowie die heißen Quellen von Mývatn erreicht. In unmittelbarer Nähe liegt das Skagaströnd-Tal, bekannt für islandische Pferde.
Hafnarfjörður - Fischerei und Kunst
Nur etwa 20 km südlich von Reykjavik gelegen, ist Hafnarfjörður mit rund 26.000 Einwohnern bedeutend als Fischereihafen und Zentrum der isländischen Kunstszene. Die Stadt hat eine reiche maritime Geschichte - noch heute wird hier Fischfang betrieben. Gleichzeitig ist Hafnarfjörður das Zentrum zeitgenössischer Kunst mit internationalen Kunstmuseen und Galerien. Das Museum für Moderne Kunst (Perlan) zeigt zeitgenössische Kunstsammlungen. Die bunte Architektur und die Lage unmittelbar an der Küste machen die Stadt zu einem beliebten Tagesausflugsziel. Der Hafen selbst ist pittoresk und bietet Restaurants mit Fischspezialitäten.
Weitere Städte und Orte
Weitere isländische Städte sind meist deutlich kleiner, doch haben ihre eigenen Charakter. Hverageräi, etwa 45 km südlich von Reykjavik, ist bekannt für seine heißen Quellen und Gewächshäuser. Selfoss ist das wichtigste Handelszentrum südosten Reykjaviks. Egilsstaðir im Osten ist das Zentrum der Ostregion. Vestmænnaeyjar (Westmänner-Inseln) sind eine kleine Inselgruppe mit eigenem Charakter und vulkanischer Geschichte. Glaubær ist ein historischer Ort in Südwest-Island mit einem UNESCO-geschützten offenen Museum, das das Leben isländischer Bauern im 18. Jahrhundert zeigt.
Praktische Informationen
Die meisten Städte Islands sind relativ nah beieinander, gerade bei Küstennotötigung, und die Lage an der Küste entlang der Ring Road (Route 1) verbessert den Zugang. Mietwagen sind empfehlenswert, öffentliche Verkehrsmittel sind weniger häufig. Eine Busverbindung (Flybus) verbindet den Flughafen Keflavik direkt mit Reykjavik. Im Winter zeigen sich in vielen Städten, insbesondere im Norden wie Akureyri, die Nordlichter (Aurora Borealis). Im Sommer ist die Nacht sehr hell - ein Phänomen, das die Mitternachtssonne oder das “Jarlicht” genannt wird (etwa von Mai bis August). Die beste Reisezeit für Städtetrips ist der Sommer (Juni bis August) mit stabilerem Wetter und langen Tagen, oder den Herbst für Nordlichter (September bis Oktober).