Das Schloss Belvedere im Wiener Bezirk Landstraße

Schloss Belvedere - Historisch bedeutsam für Österreich
Schloss Belvedere in Wien
Das Schloss Belvedere in Wien
Foto: © martin filzwieser

Das Schloss Belvedere befindet sich im Wiener Bezirk Landstraße und wurde von Johann Lucas von Hildebrandt für den Prinzen Eugen von Savoyen erbaut. Eigentlich sollte nur ein Gartenpalais gebaut werden, als der Prinz den Auftrag an den Architekten erteilte. Im Ursprung waren nur wenige Wohnräume geplant, das Hauptaugenmerk sollte auf die Orangerie und den Prunkstall gelegt werden. Die Schlossanlage teilt sich in das "Untere" und das "Obere Belvedere", welches mit der Gartenanlage ein barockes Ensemble bildet.

Bereits 1716 wurde das Untere Belvedere fertiggestellt, wobei der Marmorsaal das Zentrum darstellt. Im Zentrum befindet sich aus Bleiguss das Original des Mehlmarktbrunnens von Georg Raphael Donner. Auf dem Deckengemälde von Martino Altomonte ist Prinz Eugen als jugendlicher Held sowie als Apoll zu sehen, der von Musen umringt wird. Auf der Ostseite befindet sich das Tafelzimmer und im Westen schließt sich das Paradeschlafzimmer an. Ebenfalls ist im Schlafzimmer ein Deckengemälde von Altomonte zu sehen. Von Johannes Drentwett sind in einem anderen Raum auf der Westseite Groteskmalereien zu sehen. Im Unteren Belvedere finden laufend Sonderausstellungen statt.

Das Obere Belvedere sollte eigentlich nur ein kleines Gebäude werden, welches als optischer Abschluss für den Garten dienen sollte. Im Laufe der Jahre wurde dieses Gebäude die
Sommerresidenz für Prinz Eugen und diente auch zur Repräsentation. Im Teich vor der Eingangsseite spiegelt sich das Schloss wider. Im Einklang mit der umgebenden Natur wurde das obere Schloss in den Jahren von 1721 bis 1723 erbaut und in seinem Ursprung gab es viel mehr offene Galerien und Säle. Dadurch, dass sich das Bauwerk in mehrere Blöcke aufteilt, dem so genannten Pavillonsystem, ist ein sehr bewegter Eindruck der Form gegeben. Der Marmorsaal bildet auch hier den Mittelpunkt und ist mit einem Deckengemälde des Künstlers Carlo Innocenzo Carlone geschmückt. Rund um den Marmorsaal befanden sich die Wohnräume, in denen heute die Wiener Secession und die Sammlung Jahrhundertwende ausgestellt ist. Die Sala terrena befindet sich im unteren Bereich und war in ihren Anfängen offen, wurde aber komplett umgebaut, als ein Atlant einstürzte. In der Sala terrena befanden sich die berühmte Bibliothek des Prinzen sowie seine Kunstsammlung.

Als ältester Teil der Anlage ist der Garten zu nennen, der bereits um 1700 angelegt wurde. In dieser Zeit entstanden die ersten Terrassen und die beiden Bereiche wurden mit einer Freitreppe verbunden. Im Garten sind Skulpturen zu sehen, die den Aufstieg aus der Unterwelt zum Olymp darstellen. Im Garten befinden sich noch heute wunderschöne Wasserspiele, die zum Verweilen einladen. In der Orangerie sind einige Ausstellungsstücke des Museums für die mittelalterliche Kunst aus Österreich zu sehen.

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