Städtereise nach Regensburg

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Städtereise Regensburg
Foto der Steinernen Brücke: © RENI
Wer durch die besterhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands schlendert und die Fülle von Bauwerken und Kunstschätzen bewundert, wird gar nicht bemerken, dass hier rund 160.000 Menschen leben. Regensburg erinnert mit seinen charakteristischen Geschlechtertürmen an so manche Stadt in der Toskana. Der wunderbar erhaltene Stadtkern wurde kürzlich zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Zentrum deutscher und europäischer Politik
Spätestens seit 739 residieren die Bischöfe in der bayrischen Stadt Regensburg. Zwischen 1135 und 1146 entstand die Steinerne Brücke über die Donau - zur damaligen Zeit von den Menschen noch als "Weltwunder" oder "Teufelswerk" angesehen. Da dies lange Zeit der einzige befestigte Übergang über den Fluss zwischen Ulm und Wien war, entwickelte sich der Ort schnell zur reichen Handelsstadt. Neben dem Brückenturm lassen auch der Salzstadl und der Amberger Stadl den immensen Reichtum erkennen. Man muss kein Hellseher sein, um zu erraten, was damals in großen Mengen gelagert wurde: Salz, das "weiße Gold" des Mittelalters.
Im alten Rathaus tagte ab 1663 der "immerwährende Reichstag", wo man sich erstmals wegen der Türkengefahr beriet. Schon lange zuvor trafen sich die Ständevertretungen des Heiligen Römischen Reiches in der Donaustadt. Um weiterhin wichtige Entscheidungen treffen zu können, löste sich diese frühe Form des Parlamentarismus bis 1806 nicht auf - und die Stadt wurde zum Zentrum deutscher und europäischer Politik. Aus dieser Zeit stammt übrigens der Ausdruck "auf die lange Bank schieben" - wenn sich die Reichsstände nicht einigen konnten.
Eng mit der Geschichte Regensburgs verbunden ist die der Fürsten von Thurn und Taxis. Deren Hauptresidenz befindet sich seit jeher in St. Emmeran. Glückspilze dürfen bei einem Spaziergang rund ums Schloss durchaus auf ein Treffen mit Fürstin Gloria hoffen.

Städtereise nach Regensburg - einige Sehenswürdigkeiten
Bereits die Kelten und Römer ließen sich in Regensburg nieder. Die "Porta Praetoria" erinnert noch heute an die damaligen Siedlungen. Wenn man das beeindruckende Portal des Römerkastells "Castra Regina" durchschreitet, gelangt man zum Bischofshof. Der zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte mittelalterliche Stadtkern bietet dem Besucher Kunstschätze aus der Zeit der Römer über die Romantik und Gotik bis hin zum Rokoko. Auf gerade einmal eineinhalb Quadratkilometern befinden sich mehr als 1.600 nennenswerte Baudenkmäler.
Früher gab es etwa sechzig Patriziertürme - heute sind immerhin noch zwanzig davon übrig. Sie vermitteln den Charme einer mittelalterlichen, italienischen Stadt. Trotzdem wirkt Regensburg jung und modern, nicht zuletzt wegen der rund 20.000 Studenten. Man trifft sich in den gemütlichen Lokalen und macht auch manches Mal die Nacht zum Tag. Die vielen schicken Boutiquen in den schmalen Altstadtgassen ziehen zudem nicht nur Schaulustige an, sondern weisen auch auf den wirtschaftlichen Wohlstand hin.
Unbedingt einen Besuch wert ist übrigens die historische "Wurstkuchl" im Brückenturm, die nicht nur Touristen anlockt. Um die deftigen Köstlichkeiten aufzuspüren, muss man lediglich seiner Nase folgen.


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